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Verkauf an Blackstone-Fonds : Justin Timberlake macht Song-Katalog zu Geld

Justin Timberlake (rechts) in der Halbzeit des Super Bowl 2018 Bild: AFP

Dylan, Springsteen oder Neil Young: Vor allem ältere Künstler haben in den vergangenen Monaten für hunderte Millionen Rechte an ihrer Musik verkauft. Zu der Garde der jüngeren gesellt sich nun Justin Timberlake hinzu.

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          Diverse Stars haben in jüngster Zeit Rechte an ihrem Lebenswerk verkauft. Aktuell sondiert auch Pink Floyd den Markt. Sollte die Band letztlich sowohl ihre Autorenrechte als auch die an ihren Aufnahmen verkaufen, könnten die Briten den US-Musiker Bruce Springsteen toppen. Der „Boss“ trat im Dezember beide Rechtepakete ab. Rund 550 Millionen Dollar soll er dafür von Sony Music erhalten haben, wobei sich Sonys Verlag im Falle der Autorenrechte mit der US-Holding Eldridge Industries zusammengetan hatte.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Justin Timberlake hat die Verhandlungen mit potentiell interessierten Parteien schon hinter sich. Der 41 Jahre alte Amerikaner, bekannt geworden als Mitglied der Boygroup *NSYNC und heute auch als Solo-Künstler und Schauspieler erfolgreich, hat seine Rechte an Texten und Kompositionen an den von ihm (mit)verfassten Songs an das Investmentunternehmen Hipgnosis abgetreten. Wie beide Parteien am Donnerstag mitteilten, erfolgte der Kauf über den Mitte Oktober zusammen mit Blackstone eingerichteten, rund eine Milliarde Dollar schweren Fonds Hipgnosis Songs Capital. Der Finanzinvestor hatte im Rahmen dieser Partnerschaft zudem Anteile am Unternehmen Hipgnosis Song Management erworben, das auch den separaten, an der Londoner Börse notierten Fonds Hipgnosis Songs managt.

          100 Millionen Dollar für Timberlake?

          Der Deal umfasst Rechte an rund 200 Songs, darunter Hits wie „Cry Me A River“ oder „Sexy Back“, aber auch an Soundtracks für Filmen an denen Timberlake mitgewirkt hat. Insgesamt hat er fünf Solo-Alben veröffentlicht, das jüngste, „Man Of The Woods“, erschien 2018. Die Rechte an Timberlakes Aufnahmen sind entsprechend nicht Teil des Verkaufs und dürften weiterhin bei seinem Label RCA Records aus dem Hause Sony oder teils bei ihm liegen. Wie es bei solchen Verkäufen die Regel ist, wurde über finanzielle Details nichts mitgeteilt. Das „Wall Street Journal“ verweist jedoch auf informierte Kreise, denen zufolge der Preis knapp über 100 Millionen Dollar lag.

          Hipgnosis wurde 2018 vom ehemaligen Künstlermanager Merck Mercuriadis gegründet und gehört seitdem zu den umtriebigsten Käufern von Musikrechten im Zuge des jüngsten Booms. Über den börsennotierten Fonds wurden seit Mitte 2018 für Anteile an mehr als 65.000 Songs mehr als zwei Milliarden Dollar ausgegeben.

          Hipgnosis hält unter anderem 50 Prozent an den Texten und Kompositionen von Neil Young sowie Anteile am Schaffen von Blondie, Lindsey Buckingham oder Shakira. Meist kauft der Fonds Autorenrechte, er hält jedoch auch die Tantiemenansprüche, die Jimmy Iovine aus der Vermarktung der von ihm produzierten Aufnahmen zustehen. Der Timberlake-Deal ist der dritte Kauf über den privaten Blackstone-Fonds. Zuvor hatte Hipgnosis Anteile an der Vermarktung der Aufnahmen von Country-Star Kenny Chesney und einen Teil der Rechte an Leonard Cohens Texten und Kompositionen erworben.

          Viele Finanzinvestoren tummeln sich auf dem Feld

          Neben Blackstone interessieren sich auch andere Finanzinvestoren seit einiger Zeit für Musikrechte. KKR (alleine und über eine Partnerschaft mit BMG), Pimco, die genannte Holding Eldridge Industries, Blackrock oder Apollo Global Management haben das Feld ebenfalls im Blick. Natürlich kaufen auch die etablierten Player der Musikindustrie, allen voran die Majors Universal, Sony und Warner Music, im Zuge des aktuellen Booms ausgewählte Kataloge, gehört das Auswerten dieser doch zu ihrem Kerngeschäft.

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