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JP Morgan : Sieben Milliarden Dollar Gewinn in drei Monaten

  • Aktualisiert am

Jamie Dimon ist Vorstandschef von JP Morgan. Bild: AFP

„Lieblingsbanker“ von Obama und Finanzminister-Kandidat unter Trump: Jamie Dimon ist trotzdem in der Wirtschaft geblieben. Wie bloß schafft sein Geldhaus so immense Gewinne?

          Jamie Dimon wäre womöglich amerikanischer Finanzminister geworden, wenn er das gewollt hätte. Als Donald Trump nach einem Kassenwart suchte, war Dimon Bestandteil nahezu jeder Spekulation. Interessant ist, dass er anscheinend auch als möglicher Finanzminister für die unterlegene demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton im Gespräch war; und sogar unter Obama gab es schon ähnliche Gerüchte - Dimon galt einmal als „Lieblingsbanker“ des ehemaligen Präsidenten.

          Banker ist er denn auch tatsächlich geblieben und vielleicht waren es auch die guten Geschäftsaussichten des von ihm geführten Geldhauses, die ihn auch nach nun bald zwölf Jahren an der Spitze zum Bleiben bewogen haben. JP Morgan, die größte amerikanische Bank, verdient in diesem Jahr prächtig. In den ersten drei Monaten dieses Jahres machte sie 6,5 Milliarden Dollar Gewinn. Im zweiten Quartal ist es sogar noch etwas mehr geworden: 7 Milliarden Dollar, wie das Institut an diesem Freitag mitgeteilt hat.

          Signal für die Deutsche Bank

          Der Handel mit Schuldtiteln brachte ihr diesmal etwas weniger ein, dafür unterstützen die gestiegenen Zinsen. „Die Kredite und Einlagen wachsen weiterhin stark“, sagte Jamie Dimon. Die amerikanischen Verbraucher seien weiter guter Dinge. Sie hätten mehr Darlehen aufgenommen und ihre Kreditkarten häufiger eingesetzt - an beidem verdient JP Morgan. Hinzu kam: Die Notenbank Federal Reserve hatte im März zum zweiten Mal in drei Monaten die Zinsen erhöht und ihre Chefin Janet Yellen stellte gerade zumindest eine weitere Anhebung für dieses Jahr in Aussicht. Derzeit liegt der Leitzins in den Vereinigten Staaten zwischen 1 und 1,25 Prozent.

          Etwas verhaltener lief der Handel mit Schuldtiteln wie zum Beispiel Staatsanleihen. Im Vorjahr hatte es rundum das EU-Austritts-Referendum der Briten noch stärkere Kursschwankungen gegeben und einen regeren Wertpapierhandel.

          Der Anleihehandel ist übrigens auch für die Deutsche Bank bedeutend, sie ist dort stark engagiert. Ihr stellvertretende Chef Marcus Schenck hatte zuletzt schon die Erwartungen gedämpft. „Das war kein Quartal, in dem es gebrummt hat“, sagte er am Mittwoch in München.

          Die Zahlen von JP Morgan wiederum zeigen einmal mehr, wie sich gerade die amerikanischen Banken mittlerweile von den Folgen der Finanzkrise erholt haben. Auch die wichtigsten Wettbewerber meldeten jüngst meist Milliardengewinne. In den Vereinigten Staaten gibt es nicht viele Unternehmen, die mehr verdienen. Der Technologiekonzern Apple indes spielt beispielsweise aber weiter in einer anderen Liga: Er meldete für die ersten drei Monate dieses Jahres einen Gewinn von ungefähr 11 Milliarden Dollar.

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