https://www.faz.net/-gqe-93zx6

Neue Rangliste : Seine Bank ist die gefährlichste der Welt

  • Aktualisiert am

Jamie Dimon ist seit dem Jahr 2005 Vorstandsvorsitzender von Amerikas größter Bank. Bild: Reuters

Infolge der Finanzkrise gibt es nun jedes Jahr eine offizielle Rangliste der Geldhäuser, von denen potentiell die größten Risiken ausgehen. Nun liegt eine Bank an der Spitze. Und ein deutsches Institut gehört zumindest zur Gruppe danach.

          Die amerikanische Großbank JP Morgan ist in den Augen der Regulierer das für die Stabilität des Weltfinanzsystems bedeutendste und zugleich gefährlichste Geldhaus. In der neuesten Liste der 30 global systemrelevanten Banken (G-SIB) ist JP Morgan das einzige Institut in der obersten Kategorie, wie der sogenannte Finanzstabilitätsrat (FSB) an diesem Dienstag in Basel mitteilte - der FSB ist das Gremium, das dies regelmäßig ermittelt.

          JP Morgan muss infolgedessen 2,5 Prozentpunkte mehr Kapital vorhalten als eine „normale“ Bank. Die bisher als ähnlich wichtig eingestufte amerikanische Bank Citigroup wird nur noch in der zweiten Kategorie geführt, die einen Kapitalaufschlag von zwei Prozent braucht.

          Mehr Chinesen

          Die Citigroup steht damit in einer Reihe mit der Deutschen Bank, der Bank of America und der britischen HSBC. Der FSB bewertet die Banken nicht allein nach ihrer Größe, sondern auch nach dem Risiko, das in ihren Geschäften steckt und daran, wie vernetzt sie im Finanzsystem sind. Denn das ist entscheidend dafür, welche Folgen ihre Schieflage für die ganze Branche und darüber hinaus hätte. Die „G-SIB“-Liste wird einmal pro Jahr aktualisiert.

          Die französische Bank BNP Paribas wurde aus der zweiten in die dritte Kategorie der global systemrelevanten Banken zurückgestuft. Dort finden sich drei chinesische Banken, zwei mehr als vor einem Jahr. Zur ICBC gesellten sich die Bank of China und die China Construction Bank. Groß waren sie immer schon, sie sind nun aber mehr mit dem internationalen Finanzsystem verwoben.

          Im vergangenen Jahr ist auch die Credit Suisse für das weltweite Finanzsystem weniger wichtig geworden. Die Bank wird nur noch in die Kategorie mit den niedrigsten Kapitalaufschlägen eingestuft. Die Credit Suisse muss damit nur noch einen Prozentpunkt mehr Kapital vorhalten als eine normale Bank, einen halben Prozentpunkt weniger als bisher. In die gleiche Gruppe ist der Rivale UBS einsortiert. Neu auf der Liste der G-SIBs ist die Royal Bank of Canada, die französische Groupe BPCE wurde dagegen aus ihr gestrichen.

          Die heftig umstrittene Liste der weltweit systemrelevanten Versicherer (G-SII) soll grundlegend überarbeitet werden. Bisher hatten sich die Regulierer vor allem an der Größe orientiert und neun G-SIIs identifiziert, darunter die Allianz. Nun sollen die internationalen Versicherungs-Regulierer (IAIS) einen Ansatz entwickeln, der sich nach den Aktivitäten der Unternehmen an den Finanzmärkten richtet.

          Das könne „bedeutende Folgen für die Einschätzung des systemischen Risikos in der Versicherungswirtschaft haben“, erklärte der FSB. Die Branche hält ihr angestammtes Geschäft nicht für systemrelevant. Riskant könnte es nur werden, wenn Versicherer etwa wie Banken agieren.

          Weitere Themen

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Nach langem Anlauf fusioniert Video-Seite öffnen

          T-Mobile US und Sprint : Nach langem Anlauf fusioniert

          Ein Zusammenschluss der Nummer drei und Nummer vier des amerikanischen Mobilfunkmarktes war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert. Jetzt steht nur noch das Justizministerium als einzige Hürde im Weg.

          Topmeldungen

          Ehemaliger Außenminister : Tillerson keilt gegen Trump

          Mehr als ein Jahr nach seiner Entlassung spricht Trumps ehemalige Außenminister Rex Tillerson im Kongress über seine Amtszeit. Dabei erhärtet er eine Sorge vieler Beobachter.
          Tu felix Germania: Oder war auch damals bei Schröder schon eine Russin im Spiel?

          Fraktur : Blaues Wunder

          Bist du deppert: Machtbesoffenheit gibt es nicht nur in Österreich!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.