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Super League : Sie haben die Rechnung ohne den Fußballfan gemacht

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Bild: AFP

JP-Morgan-Chef James Dimon ist ein Siegertyp. Doch mit dem Super-League-Plan hat er auch seine Bank ins Abseits katapultiert.

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          James Dimon ist ein Siegertyp. Seit mehr als 15 Jahren steht er an der Spitze von JP Morgan Chase. Mit einer Bilanzsumme von mehr als 2,5 Billionen Dollar hat er das Institut zur größten Bank der Vereinigten Staaten gemacht. Zudem kommt der Manager, den alle Welt nur „Jamie“ nennt, ungemein smart rüber, weshalb selbst um die Tatsache wenig Aufhebens gemacht wird, dass er es selbst zum Milliardär gebracht hat.

          Doch nun haben der Star der Wall Street und sein Geldhaus mit den Finanzierungsplänen einer Super League für den europäischen Fußball eine krachende Niederlage kassiert. Dabei schien der Deal aus Banker-Logik eine sichere Sache zu sein. Das Investment von 3,5 Milliarden Euro ist für JP Morgan angesichts eines alleine im ersten Quartal dieses Jahres erzielen Nettogewinn von mehr als 14 Milliarden Dollar überschaubar – zumal wenn mit Rechten an einigen der wertvollsten Sportmarken des Planeten besichert.

          Eigentlich auch kaum noch vermittelbar

          Doch die Amerikaner und ihre Mitspieler in den Chefetagen der beteiligten Klubs haben die Rechnung ohne den Fan gemacht. Der zeigte nämlich gerade im Mutterland dieser Sportart dem Modell einer kontinentalen Eliteliga mit Closed-Shop-Charakter nach amerikanischem Vorbild die Rote Karte.

          Nachdem die englischen Gründungsmitglieder kalte Füße bekommen und einen Rückzieher gemacht haben, galt das Projekt nur wenige Tage nach seinem Start schon wieder als tot. Ed Woodward, ein früherer JP-Morgan-Banker und Strippenzieher der Super League, ist als Geschäftsführer von Manchester United schon zurückgetreten. Weitere Protagonisten wie Real-Präsident Florentino Pérez oder Juventus-Boss Andrea Agnelli sind eigentlich auch kaum noch vermittelbar.

          Finanziell mag das Scheitern der Super League für JP Morgan nicht ins Gewicht fallen. Für das Image kann die kolossale Fehleinschätzung jedoch fatale Folgen haben. Denn nicht nur unter vielen Fans stehen die New Yorker wegen ihrer Beteiligung im Abseits. Auch im Sport Business sind die Zweifel an der Expertise der Wall Street gewachsen.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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