https://www.faz.net/-gqe-7ecle

Journalismus : Die Döpfner-Wette

47.000 Digital-Abos für die „Welt“ hat der Axel-Springer-Verlag eigenen Angaben zufolge im vergangenen halben Jahr gewonnen. Leider macht Springer-Chef Döpfner ein großes Geheimnis aus dieser Zahl.

          1 Min.

          Ungeachtet der Verkäufe seiner Traditionstitel „Hamburger Abendblatt“ und „Hörzu“ ist und bleibt Axel Springer dank der „Bild“ Deutschlands größtes Zeitungshaus. Dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner reicht das nicht. Journalisten, die ihn für den Zeitungs- und Zeitschriftenverkauf kritisiert hatten, bot er eine Wette an: In fünf Jahren werde Axel Springer eine noch wichtigere Rolle im Qualitätsjournalismus spielen als heute.

          So will Döpfner es verstanden wissen, wenn er den Springer-Zeitungen „Bild“ und „Welt“ den Weg vom analogen Papier zum elektronischen Papier ebnet: 47.000 Digitalabos für die „Welt“ seien erst der Anfang. Leider macht Döpfner ein großes Geheimnis aus dieser Abonnentenzahl. Er sagt nicht, wie viele Gelegenheitsbesucher von „Welt.de“ wirklich bezahlt haben. Und er schweigt sich auch darüber aus, dass ein Teil des Abos von einem Autohersteller gesponsert wurde.

          Indem er stets im Allgemeinen bleibt, kann er leicht Wetten eingehen. Solange Döpfner den „Bild“-Boulevard zum Qualitätsjournalismus zählt, nur weil User für Fußball-Clips zahlen, wird er die Wette auch dann gewinnen, wenn er weiter seriöse Zeitungen und Zeitschriften verkauft.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Die wild Entschlossenen in der EU

          FAZ Plus Artikel: Standpunkt : Die wild Entschlossenen in der EU

          Alle bisherigen Krisen in der EU verliefen in ähnlichen Kurven: Krise, Problemdruck, Lernprozess, Lösung. Warum gelingt es nicht, diese Routine ein weiteres Mal umzusetzen? Unser Autor gibt Antworten.

          Daimler schließt Milliarden-Vergleiche in Amerika Video-Seite öffnen

          Dieselskandal : Daimler schließt Milliarden-Vergleiche in Amerika

          Der Autobauer Daimler will in den Vereinigten Staaten mit mehr als zwei Milliarden Dollar Streitigkeiten im Dieselskandal beilegen. Für Vergleiche mit mehreren amerikanischen Behörden werden nach Konzernangaben rund 1,5 Milliarden Dollar fällig, für die Beilegung einer Sammelklage von Verbrauchern etwa 700 Millionen Dollar.

          Topmeldungen

          Präsident Wladimir Putin nimmt am Freitag von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo aus an einer Kabinettssitzung teil.

          Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

          Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.
          Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

          Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

          In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.