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Streit um ehemaligen FIFA-Chef : Blatters Uhren

Der ehemalige Fifa-Chef Joseph Blatter auf einer Pressekonferenz im Jahr 2013 Bild: AFP

Der ehemalige Fifa-Chef Joseph Blatter erhebt neben einer Sammlung von Uhren auch Anspruch auf Vorsorgegelder, die ihm angeblich noch zustünden. Die Fifa weist seine Forderungen zurück.

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          Wertvolle Uhren können zu heiklen Objekten der Begierde werden – gerade im manchmal allzu schillernden Fußballgeschäft. Über einen solchen Luxus-Chronographen spektakulär gestolpert ist kürzlich der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Reinhard Grindel, welcher ihm – warum auch immer – von einem ukrainischen Oligarchen geschenkt worden war.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wesentlich mehr Erfahrungen mit sündhaft teuren Uhren dürfte der heute 83 Jahre alte ehemalige Fifa-Patriarch Joseph Blatter aus der Schweiz gemacht haben, der nun seine ehemalige Organisation sogar vors Gericht bringen will, weil der Weltverband edle Zeitmesser, die Blatter gehören sollen, angeblich nicht rausrücken will.

          Wie der Sprecher des prominentesten Wallisers und langjährigen Fifa-Chefs bestätigte, gehe es um eine umfangreiche Uhrensammlung von etwa 80 hochwertigen Memorabilien. Diese sollen in einem Archiv in der Züricher Fifa-Zentrale gelagert haben. Dem widerspricht der Weltverband und verweist auf eine angebliche Übergabe im vergangenen Jahr an Blatter.

          Blatter verzichtet auf geschenkte Uhren

          Doch der glaubt, dass er nur die billigeren Chronographen erhalten habe. Jedenfalls wolle Blatter nur die Uhren zurückbekommen, welche ihm gehörten. Auf die Uhren, welche er in seiner Funktion als Fifa-Boss geschenkt bekommen habe, erhebe Blatter keinen Anspruch, sagte sein Sprecher.

          Dessen Faible für edle Uhren soll aus der Zeit als Direktor für Öffentlichkeitsarbeit des Herstellers Longines rühren. Dort hatte der Walliser gewirkt, bevor er im Jahr 1975 zur Fifa kam und dort ein Reich fragwürdiger Seilschaften aufbaute, das wirtschaftlich zwar gewaltig expandierte, aber dunkelste Machenschaften begünstigte.

          Am Ende wurde Blatter selbst Anfang 2016 vom eigenen Verband wegen des Vorwurfs der ungetreuen Geschäftsbesorgung für sechs Jahre aus dem Fußball ausgeschlossen. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt schon seit Jahren gegen ihn.

          Zwei Bosse streiten sich

          Sauber und transparent arbeitet die Fifa unter seinem Nachfolger Gianni Infantino weiterhin nicht. Die Organisation bleibt toxisch. Beide Granden sollen nur über ihre Anwälte kommunizieren. Dabei geht es nicht nur um die Uhrensammlung. Blatter will der Fifa von einem Richter verbieten lassen, dass diese behauptet, er habe im Jahr 2014 nach der Fußball-WM in Brasilien neben seiner Vergütung noch einen hohen Bonus von 12 Millionen Franken erhalten.

          Zudem streitet der frühere Fifa-Chef um angeblich nicht bezahlte Vorsorgegelder, die ihm aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im höchsten Gremium des Weltverbandes noch zustehen würden. Das Spiel geht weiter. Die Fifa sagt, sie weise alle unbegründeten Behauptungen Blatters zurück.

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