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Krebserregender Puder? : Johnson & Johnson zu 4,7 Mrd. Dollar Strafe verurteilt

  • Aktualisiert am

Klägerin Gail Ingham mit ihren Anwälten am Donnerstag vor dem Gericht in St. Louis. Bild: AP

Jahrelang benutzen Frauen das Puder der amerikanischen Konsumgüterkette Johnson & Johnson – und bekommen Krebs. Ist das Produkt asbestverseucht? Eine Jury hat nun entschieden.

          Im Prozess um mutmaßlich krebserregendes Puder hat eine Geschworenenjury im amerikanischen Bundesstaat Missouri den Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson am Donnerstag zur Zahlung von 4,69 Milliarden Dollar verpflichtet.

          Das Geld sollen insgesamt 22 Frauen erhalten. Sie hatten in dem Prozess in St. Louis geltend gemacht, dass sie durch die Produkte an Eierstockkrebs erkrankt seien. Die Summe setzt sich aus 550 Millionen Dollar Entschädigung und einer Strafe von 4,14 Milliarden Dollar zusammen. Als Reaktion fielen die J&J-Aktien im nachbörslichen Handel um ein Prozent.

          J&J äußerte sich über das Urteil enttäuscht und kündigte rechtliche Schritte an. Das Verfahren sei hochgradig unfair gewesen. Der Konzern bekräftigte, seine Produkte enthielten kein Asbest und lösten kein Krebs aus. Die Klägerinnen und ihre Familien hatten dagegen erklärt, ihre Erkrankungen gingen auf den jahrzehntelangen Einsatz von Babypuder oder kosmetischem Puder zurück. J&J habe spätestens seit den 70er Jahren von dem Asbest gewusst und Verbraucher nicht gewarnt.

          Gegen J&J gibt es in Zusammenhang mit den Vorwürfen 9000 Klagen. Die meisten Kläger haben erklärt, dass das in Puder enthaltene Mineral Talk selbst Krebs verursacht habe. In einigen Fällen geht es auch um eine mutmaßliche Verunreinigung von Talk durch Asbest. In dem Prozess in St. Louis wurden die beiden Fallgruppen zusammengefasst.

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