https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/johnson-johnson-der-impfstoff-der-unerfuellten-hoffnungen-18015242.html

Im Kampf gegen die Pandemie : Das Vakzin der unerfüllten Hoffnungen

Fing mit vielen Vorschusslorbeeren an: Impfstoff von Johnson & Johnson Bild: Reuters

Johnson & Johnsons Präparat konnte sich trotz Vorschusslorbeer nie richtig etablieren. Jetzt gab es einen weiteren Rückschlag.

          4 Min.

          Als Johnson & Johnson im Februar vergangenen Jahres von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA die Notfallzulassung für seinen Corona-Impfstoff bekam, gab es viele Vorschusslorbeeren. Zwar hatte das Präparat in klinischen Studien eine nicht ganz so beeindruckende Wirk­samkeit gezeigt wie die zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Markt befindlichen Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna. Aber es versprach gewichtige Vorteile.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.
          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine einzige Dosis sollte für eine Immunisierung reichen – anders als bei den Produkten der Wettbewerber, die jeweils in zwei Dosen im Abstand von mehreren Wochen verabreicht wurden. Außerdem war der Impfstoff von Johnsen & Johnson (J&J) logistisch einfacher zu handhaben, weil er nicht mit extrem niedrigen Temperaturen gekühlt werden musste wie die mRNA-Mittel der Konkurrenz. Und so ruhte auf dem Präparat die Hoffnung, eine weitere wichtige Waffe im Kampf gegen die Pandemie werden zu können. Wenige Wochen nach den Amerikanern gaben auch die Regulierer in der Europäischen Union (EU) den Impfstoff frei. Die hohen Erwartungen haben sich jedoch nie erfüllt. Schon bald nach der Zulassung wurde das Präparat mit seltenen, aber gravierenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Bei einigen Menschen, die damit geimpft wurden, kam es zu Blutgerinnseln. Deshalb verhängten amerikanische Behörden einen zwischenzeitlichen Verabreichungsstopp, der allerdings nach wenigen Tagen wieder aufgehoben wurde.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Nicht mehr ganz so glänzend: Neue Tesla-Autos in der staubigen Grünheider Landschaft

          Tesla-Fabrik in Grünheide : Nicht mehr ganz so Giga

          Die Produktion stockt, die Personalsuche auch: Bei Tesla läuft es nicht rund. Jetzt formiert sich auch noch Widerstand gegen die Erweiterung des Werks, denn der Wald, der dort jetzt steht, war nie als Gewerbefläche gedacht.
          Betrügerisch und böse: Leonardo DiCaprios Filmfigur in „The Wolf of Wall Street“ basiert auf dem echten Börsenmakler Jordan Belfort.

          Geschlechtergerechtigkeit : Männer kosten ein Vermögen

          Wie Männer sich verhalten, ist für die Gesellschaft irre teuer. Ein Männerberater beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten typisch männlicher Verhaltensweisen auf über 63 Milliarden Euro im Jahr. Trotzdem sind Männer auch für etwas gut.