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Siemens : Joe Kaeser: Zwischen großer Bühne und spröden Bilanzen

Chef der Firma Siemens: Joe Kaeser Bild: EPA

Der Siemens-Chef mischt in der Politik gerne mit und vertritt nun die deutsche Wirtschaft in Asien. Dabei sind im Konzern viele Baustellen offen – kann er sich dieses Engagement leisten?

          5 Min.

          Vor fünf Jahren war der Vorsitz des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (APA) für Joe Kaeser kein Thema. Gerade erst Vorstandsvorsitzender von Siemens geworden, trieb ihn ein zeitraubender Umbau des unter dem Vorgänger Peter Löscher angeschlagenen Technologiekonzerns um. Heute ist Siemens besser aufgestellt. Strukturelle Schwächen sind überwunden, die Ertragskraft kann sich im Vergleich zur Branche wieder sehen lassen. Da kommt die Gelegenheit für den in Politik und Wirtschaft bestens vernetzten Manager recht, Traditionen fortzusetzen und – wie die Vorgänger Heinrich von Pierer und Peter Löscher – Vorsitzender der APA zu werden. Kaeser übernahm diese Woche eine tragende Rolle nach seinem Gusto: deutsche Interessen in einer Region mit enormen wirtschaftlichen und politischen Gewicht zu vertreten. Die ganz große Bühne eben.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Kann sich Kaeser dieses Engagement leisten? Denn selbst wenn Siemens die Krisenzeiten 2013 hinter sich gelassen hat, es gibt noch viel zu tun in der Zentrale am Münchner Wittelsbacher Platz; vielleicht sogar mehr, als es sich der 61 Jahre alte Vorstandsvorsitzende wünscht. Operativ schleichen sich Schwächen ein, strategisch ist längst nicht alles aufgearbeitet. Investoren und Analysten stehen im Regen und wissen nicht so recht, wo Kaeser hin will. Der Nachfrageeinbruch nach konventionellen Kraftwerken macht die Energietechnik zur Baustelle auf Jahre. Vieles mag der Chef delegieren, aber nicht alles.

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