https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/jeff-bezos-und-reichsten-us-personen-zahlten-kaum-einkommenssteuer-17379753.html

25 reichste Amerikaner : Bezos, Buffet & Co. zahlten kaum Einkommenssteuer

  • Aktualisiert am

Der reichste Mensch der Welt: Jeff Bezos Bild: dpa

In Amerika hat eine investigative Plattform die Steuererklärungen der 25 reichsten Personen enthüllt. Sie zeigen detailliert, wie es Jeff Bezos, Warren Buffet, Elon Musk & Co. gelingt, kaum Einkommenssteuern zahlen zu müssen.

          2 Min.

          Jeff Bezos ist heute der reichste Mensch der Welt. Das geschätzte Vermögen des Amazon-Gründers liegt laut Forbes bei rund 186 Milliarden US-Dollar. Einkommenssteuer musste der 57-Jährige im Jahr 2007 aber nicht zahlen. Dabei stieg der Aktienkurs seines Unternehmens in der Zeit um das Doppelte. Vier Jahre später kam Bezos schon wieder darum herum, Einkommenssteuern zu zahlen. Mehr noch: Er meldete Verluste und erhielt eine Steuergutschrift von 4000 Dollar für seine Kinder. Obwohl er damals bereits Multimilliardär war. Das geht aus den Steuererklärungen der Superreichen hervor, die der amerikanischen Online-Plattform ProPublica, einer Non-Profit-Organisation für investigativen Journalismus, zugespielt wurden.

          Demnach zahlte der Tesla-Chef Elon Musk 2018 ebenfalls keine Einkommenssteuer in den Vereinigten Staaten. Michael Bloomberg tat das sogar die letzten drei Jahre so, genauso George Soros. Insgesamt vermied den Angaben zufolge niemand der 25 reichsten Amerikaner so viele Steuern wie der Finanzinvestor Warren Buffet. Laut Forbes stieg sein Reichtum zwischen 2014 und 2018 um 24,3 Milliarden Dollar. In diesen Jahren zahlte er dagegen 23,7 Millionen Dollar an Steuern – ein Satz von 0,1 Prozent oder weniger als zehn Cent für 100 Dollar, die zu seinem Vermögen dazukamen. Wirft man einen Blick auf die 25 reichsten Amerikaner, zahlten diese nur 13,6 Milliarden Dollar an Steuern ihres im gleichen Zeitraum angehäuften Vermögens in Höhe von 401 Milliarden Dollar. Das sind lediglich 3,4 Prozent.

          Nach Angaben von ProPublica nutzen die reichen Amerikaner Steuertricks, um möglichst wenig ihres Vermögens wieder an die Allgemeinheit abzugeben. Weil sie ihr Vermögen hauptsächlich in Aktien und Immobilien anlegen, müssen sie sie nicht versteuern. In den Vereinigten Staaten gelten derartige Einkünfte als nicht steuerpflichtig, es sei denn, man verkauft sie wieder.

          Experten haben diese ungleichen Abgaben von Steuern in Amerika seit langem vermutet. Neu an den Enthüllungen sind jedoch die Details. Sie dürften die Debatte in den Vereinigten Staaten, Steuern nicht mehr nur auf Einkommen, sondern auch auf die Vermögen der reichsten Menschen des Staates zu erheben, neu entfachen. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts etwa fordert, eine solche Vermögenssteuer in Höhe von zwei Prozent auf das Nettovermögen in Betracht zu ziehen. Sie soll für alle Menschen gelten, die über ein Vermögen von mehr als 50 Millionen Dollar verfügen.

          Der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, Joe Biden, und seine Berater halten dies bislang allerdings für nicht durchsetzbar. Er will dafür den Spitzensteuersatz von 37 Prozent auf 39,6 Prozent anheben. Dieser betrifft allerdings wiederum nur die Einkommen der Amerikaner. Für die Mehrheit der Top 25 würde sich damit wohl kaum etwas ändern.

          Öffnen
          F.A.Z.-Serie Schneller Schlau : Werden die Reichen noch reicher? Bild: Illustration Johannes Thielen

          Weitere Themen

          Credit Suisse im freien Fall

          Schweizer Großbank : Credit Suisse im freien Fall

          Ängste vor einer Kapitalerhöhung treiben den Aktienkurs der krisengeschüttelten Großbank in den Keller. Mitarbeiter und Kunden sind verunsichert.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.