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Jeff Bezos : Der Nerd mit dem mitreißenden Lachen

Jeff Bezos Bild: AP

Amazon-Gründer Jeff Bezos ist das, was man neudeutsch einen „Nerd“ nennen würde. Er will die Welt dort verändern, wo er Einfluss hat. Und das ist ihm schon eindrucksvoll gelungen.

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          Das Interesse von Jeffrey Preston, genannt „Jeff“, Bezos, der am 12. Januar 1964 in Albuquerque im amerikanischen Bundesstaat New Mexico geboren wurde, galt stets einer neuen Welt. Das im Ruhrgebiet so beliebte Wort Strukturwandel würde er auf ein Phänomen beziehen, das sich nicht, wie zwischen Duisburg und Dortmund, in Jahrzehnten, sondern in Sekunden vollzieht. Bezos will die Welt verändern, jedenfalls den Teil davon, auf den er Einfluss hat. Das ist ihm eindrucksvoll gelungen - zunächst im Einzelhandel, den er über sein Online-Kaufhaus Amazon um einen völlig neuen Vertriebskanal ergänzt hat. Später hat sich die Effizienz-Revolution des Jeff Bezos in der Welt der Medieninhalte fortgesetzt, wo er zum Beispiel für Musik, Videos oder elektronische Bücher durch seine Kindle-Tablets und -Lesegeräte eine erfolgreiche Vertriebsplattform für alles Digitale bereitstellt.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          In diesem Kontext ist wohl auch der Kauf von Medienunternehmen zu sehen wie gerade der der „Washington Post“, auch wenn Bezos hier nicht mit dem Geld von Amazon, sondern mit einem winzigen Teil seines eigenen zweistelligen Milliardenvermögens eingestiegen ist. Bezos wird gewiss versuchen, die Zeitung so schnell wie möglich digital erfolgreicher zu machen.

          Irgendwann will sich Bezos das alles auch von ganz oben anschauen, und zwar nicht erst, wenn er im Himmel ist. Denn Bezos’ nächstes Ziel ist das Weltall. Bezos, der gar nicht so weit von einem Raketentestgelände entfernt geboren wurde, ist die Sache mit dem Weltraum ernst. Dafür spricht schon die Geschichte von Amazon, eine typisch amerikanische Erfolgsstory, entstanden aus dem felsenfesten Glauben an eine Idee und einer gehörigen Portion Hartnäckigkeit.

          Bezos zeigte, so wird kolportiert, zudem schon als Kleinkind eine herausragende technische Begabung, als er eines Tages sein Gitterbettchen mit Hilfe eines Schraubenziehers zerlegte. Der Mann war und ist das, was man neudeutsch einen „Nerd“ nennen würde, aber nicht in der Variante eines Eigenbrötlers, sondern mit einem raumfüllenden, mitreißenden Lachen. Die Garage seiner Eltern soll er in ein Labor für wissenschaftliche Projekte verwandelt und sich sofort brennend für Computer interessiert haben. Schließlich studierte Bezos an der Universität Princeton und schloss sein Studium der Informatik und der Elektrotechnik im Jahr 1986 mit „summa cum laude“ ab.

          Auf der Internetseite von Amazon hat Bezos eigene Rezensionen von Büchern über den Weltraum publiziert. Seinen Labrador hat er nach dem - nur Fans bekannten - Charakter „Kamala“ aus der Weltraumserie „Star Trek“ benannt. Raketen, Computer, Star Trek, Garage - in dieser Hinsicht bedient Bezos alle Klischees, die man von Internetunternehmern so haben kann. Dass solche Unternehmer jetzt Zeitungen kaufen, ist dabei ein neues Phänomen. Über eines können sich die Mitarbeiter der „Washington Post“ künftig nicht beklagen: Einen pfiffigeren Eigentümer als Bezos hat kaum eine andere Tageszeitung auf der Welt. Es bleibt die Frage, wohin diese Kombination die Zeitung führen wird.

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