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Cyberkriminalität : Jede Woche 6000 Angriffe aus dem Internet gegen VW

Gefährlich sind vor allem die gezielten Angriffe gegen Unternehmen - „die oft nett verpackten Bomben“. Über sie versuchen Kriminelle, immer wieder auch staatliche Nachrichtendienste, aber auch ambitionierte Hacker, über Schwachstellen in die Systeme der Unternehmen einzudringen und Daten abzuschöpfen oder zu manipulieren.

200 Tage dauert es im Schnitt, bis so ein Angriff erkannt wird und der Angreifer wieder aus dem Unternehmen gedrängt werden kann. „Das wollen wir beschleunigen, und Cybersicherheitsbedrohungen ,in real time‘ erkennen, analysieren und beseitigen“, sagt DCSO-Technikchef Olaf Siemens.

Wie wichtig Sicherheit im Zeitalter der Digitalisierung für die Kunden geworden ist, wissen Unternehmen wie Volkswagen nicht erst, seit Hacker von Schließsystemen bis zu Bremsen und Gas die Elektronik von Autos immer wieder erfolgreich gehackt haben. „Produktsicherheit ist heute ganz vorne“, sagt VW-CIO-Hofmann. Wenn Vorstand und Aufsichtsrat bei Volkswagen gefragt würden, was bei der Informationstechnik und Digitalisierung wichtig sei, sei die Antwort mittlerweile eindeutig: „Es ist das Thema Sicherheit.“

Das automatisierte Fahren, das sich im kommenden Jahrzehnt bereits durchsetzen soll, stellt die Autoindustrie dabei vor ganz besondere Herausforderungen. VW arbeitet deswegen bereits an Monitoren, die dem Fahrer Angriffsversuche von außen melden soll. Noch vor wenigen Jahren habe sich Internet-Sicherheit vor allem um die Zehntausenden Mitarbeiter des Konzerns kümmern müssen, sagt Bayer-CIO Hartert, heute sind es Millionen Kunden, mit denen die Unternehmen und ihre Produkte digital vernetzt sind.

Angriffe richten sich mit dem Siegeszug des Internets der Dinge - also der Automatisierung und Digitalisierung der Produktion - immer öfter auch gegen die Fabriken der Konzerne. Nicht nur Datendiebstahl ist dabei ein Thema. Auch Manipulation von Daten ist eine Gefahr. Was würde zum Beispiel passieren, wenn in einem Konzern die Programme beim automatisierten Schweißen manipuliert werden und die Autos plötzlich deutlich störanfälliger werden?

„Die Kriminellen verbünden sich“

Die DCSO - die sich als offene Plattform begreift - soll helfen, solche Gefahren zu identifizieren und abzuwehren sowie die Sicherheitsarchitektur der Unternehmen zu verbessern. Das reicht vom Test der Sicherheitstechnik bis zu Plattformen, über Big Data mögliche Gefährdungen herauszufiltern. „Wir wollen auch eine Brücke bauen zwischen Forschung und praktischer Anwendung“, sagt Vorstandschef Wülfert.

„Die Kriminellen dieser Welt verbünden sich“, sagt er. Deswegen hat das Bundesinnenministerium den Vorstoß der vier Konzerne von Beginn an stark unterstützt. Die ersten Sitzungen, heißt es, haben alle im Ministerium stattgefunden. Klaus Vitt, der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, sagte vor dem DSCO-Fachbereit am Mittwoch, die Idee, sich durch mehr Austausch untereinander besser gegen die wachsenden Cyberrisiken zu rüsten, sei der genau richtige Ansatz. „Davon wird langfristig die gesamte deutsche Wirtschaft profitieren.“

Auf die Frage, aus welcher Ecke der Welt die meisten und gefährlichsten Attacken kommen, halten sich die Experten allerdings bedeckt. Dass sich viele Spuren immer wieder nach China oder nach Russland zurückverfolgen lassen, gilt aber als offenes Geheimnis. „Man kann nur vermuten, woher die Angriffe kommen“, sagt Wülfert, fährt dann aber mit leichtem Lächeln fort, „wir wissen ungefähr, woher es kommt.“ Dass dabei oft auch die Grenzen zwischen Kriminellen und staatlichen Geheimdiensten fließend sind, wissen alle, die sich mit dem Thema befassen. Schließlich war der Skandal um die Abhöraktionen des amerikanischen Geheimdienstes NSA einer der Auslöser, warum die vier CIOs der Gründungskonzerne sich überhaupt Gedanken darüber gemacht haben, eine unabhängige deutsche Cyber-Sicherheitsorganisation aufzubauen.

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