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Krisengespräche : Japanischer Minister reist wegen Ghosn-Affäre nach Paris

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Der japanische Wirtschaftsminister Hiroshige Seko im August 2018 in Tokio Bild: AP

Die Finanzaffäre um den Chef der Autoallianz Renault-Nissan-Mitsubishi zwingt den japanischen Wirtschaftsminister zu einer Reise nach Paris. Er und sein französischer Amtskollege wollen das Bündnis unbedingt am Leben halten.

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          In der spektakulären Finanzaffäre um Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn wird Japans Wirtschaftsminister Hiroshige Seko am Donnerstag in Paris erwartet. Er wolle mit Seko über die französisch-japanische Autoallianz und deren Verlängerung „im Dienst der weltweiten Automobilindustrie“ sprechen, sagte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Mittwoch in Paris.

          Ghosn soll nach seiner Verhaftung in Japan wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Börsenauflagen zunächst für zehn weitere Tage festgehalten werden. Internen Ermittlungen zufolge sollen er und ein weiterer Manager Geldbezüge in offiziellen Berichten an die japanische Börse falsch dargestellt und in Ghosns Fall zu niedrig beziffert haben. Medien hatten berichtet, Ghosn habe seit 2011 über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 5 Milliarden Yen (rund 40 Mio Euro) Einkommen zu wenig angegeben. Ihm wird zudem vorgeworfen, Firmengelder für private Zwecke genutzt zu haben.

          Renault hatte bereits am Dienstagabend seinem Vize-Generaldirektor Thierry Bolloré vorläufig die Geschäftsführung übertragen, solange Ghosn „verhindert“ sei. Ghosn bleibe aber zunächst Vorsitzender und CEO.

          Le Maire sagte mit Blick auf Bolloré und den amtierenden Verwaltungsratschef von Renault, Philippe Lagayette: „Die Führung von Renault ist solide, aber kommissarisch“. Mit Blick auf die Vorwürfe gegen Ghosn sagte Le Maire, bisher lägen in Frankreich keine Beweise vor: „Wir leben in einem Rechtsstaat.“ Der Staat hält bei Renault 15 Prozent der Anteile.

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