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Japanische Autoindustrie : Nissan erwartet Verlust und streicht 20.000 Jobs

  • Aktualisiert am

Carlos Ghosn bei der Verkündung der schlechten Botschaft Bild: REUTERS

Die japanischen Autobauer leiden schwer unter der weltweiten Absatzschwäche und der Yen-Aufwertung. Nun erwartet auch Nissan einen Verlust - und streicht 20.000 Stellen. Erst vergangene Woche hatte Toyota zum dritten Mal in kurzer Zeit seine Prognose kassiert und rechnet nun auch erstmals mit roten Zahlen.

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          Der japanische Automobilhersteller Nissan Motor Co. rechnet wegen der globalen Absatzkrise mit einem Jahresverlust und will nun weltweit 20.000 Stellen abbauen. Nissan beschäftigte zuletzt knapp 160.000 Mitarbeiter. Die japanischen Automobilbauer leiden derzeit nicht nur unter dem in allen Regionen wegbrechenden Absatz, sondern sind außerdem von der Yen-Aufwertung betroffen. Wie der Konzern am Montag mitteilte, werde der operative Verlust für das im März endende Geschäftsjahr 1,5 Milliarden Euro (180 Milliarden Yen) betragen. Es ist der erste Betriebsverlust seit 14 Jahren und auch der erste Verlust, seit Carlos Ghosn 1999 das Ruder bei Nissan übernommen hat.

          Im Oktober hatte Nissan noch einen Betriebsgewinn von 270 Milliarden Yen in Aussicht gestellt. „Bei jedem Planungsszenario, das wir erstellt haben, wurden unsere schlimmsten Annahmen zur Weltwirtschaft bestätigt oder übertroffen“, sagte Nissan-Präsident Carlos Ghosn. Die andauernde Kreditkrise und das sinkende Verbrauchervertrauen seien dabei die schlimmsten Faktoren, sagte er.

          Unter dem Strich werde das Minus bei rund 2,2 Milliarden Euro liegen, teilte der Konzern mit. Ursprünglich hatte Nissan einen operativen Gewinn von 2,3 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 1,4 Milliarden Euro prognostiziert. Im dritten Quartal wies Nissan bei einem Umsatz von rund 15 Milliarden Euro einen operativen Verlust von 840 Millionen Euro aus. Unter dem Strich stand ein Minus von 70 Millionen Euro zu Buche.

          „Bei jedem Planungsszenario, das wir erstellt haben, wurden unsere schlimmsten Annahmen zur Weltwirtschaft bestätigt oder übertroffen”

          Produktionskürzungen im Februar und März

          Nissan hatte bereits Mitte Januar angekündigt, in Reaktion auf den Absatzeinbruch seine Produktion in Japan im Februar und März um 64.000 Fahrzeuge reduzieren. Nissan setzt damit wie auch andere japanische Autohersteller eine Reihe von Produktionskürzungen fort.

          Für das laufende Geschäftsjahr wird die heimische Produktion sich damit auf etwa 1,1 Millionen Stück belaufen, rund 21 Prozent weniger als ursprünglich geplant. Im Oktober hatte das Unternehmen noch einen Betriebsgewinn von 270 Milliarden Yen (rund 2,3 Milliarden Euro) prognostiziert.

          Erst vergangene Woche hatte auch Toyota Motor Co. zum ersten Mal seit 1950 einen Jahresverlust gemeldet (siehe dazu auch: Toyota rutscht in die roten Zahlen). Toyota setzte seine Prognose auf ein Minus von 350 Milliarden Yen (rund 3 Milliarden Euro) herab. Der Umsatz soll im Geschäftsjahr 2008/09 um 20 Prozent auf 21 Billionen Yen schrumpfen.

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