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Autobauer auf dem Sprung : Jaguar droht, nicht mehr in Großbritannien zu investieren

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Berühmte Kühlerfigur: Jaguar Land Rover ist der größte britische Autohersteller Bild: Rainer Wohlfahrt

Der größte britische Autohersteller spricht eine dramatische Warnung aus vor einem „harten“ Austritt aus der EU. Sie kommt nicht zufällig jetzt – heute trifft Premierministerin May Kanzlerin Angela Merkel.

          Einen Tag vor einer mit Spannung erwarteten Sitzung der britischen Regierung über den avisierten Austritt aus der Europäischen Union, warnt ein prominentes Unternehmen vor den Folgen: Der größte britische Autohersteller Jaguar Land Rover droht mit einem Abschied substantieller Geschäfte aus dem Vereinigten Königreich, sollte die Regierung um Premierministerin Theresa May schlussendlich für einen sogenannten „harten Brexit“ entscheiden. Also ein Austritt, durch den Britannien komplett vom EU-Binnenmarkt getrennt wäre.

          „Ein schlechter Brexit-Deal würde Jaguar Land Rover jedes Jahr mehr als 1,2 Milliarden Pfund Gewinn kosten“, sagte Konzernchef Ralf Speth: „Infolgedessen müssten wir unser Ausgabenprofil drastisch anpassen.“ Das Unternehmen habe in den vergangenen fünf Jahren ungefähr 50 Milliarden Pfund in Großbritannien ausgegeben. In den kommenden fünf Jahren seien weitere 80 Milliarden Pfund geplant. „Dies wäre in Gefahr, sollten wir mit dem falschen Ergebnis konfrontiert werden“, warnte Speth.

          Und er fügte hinzu: „Wir brauchen dringend eine größere Sicherheit, um weiter stark im Vereinigten Königreich zu investieren und unsere Zulieferer, Kunden und 40.000 in Britannien angestellten Mitarbeiter zu schützen.“

          Streit der Konservativen

          Ungefähr neun Monate vor dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens macht sich in den Führungsetagen der Firmen auf der Insel zusehends Skepsis breit. In einer bereits am Montag veröffentlichten Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte äußerten sich 75 Prozent der Finanzchefs mit Blick auf den Brexit pessimistisch. Sie befürchten, dass ihr Geschäftsumfeld Schaden nehmen wird.

          An diesem Donnerstag trifft Premierministerin May mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin zusammen, um über den Brexit zu sprechen. Derweil spitzt sich der Konflikt in ihrer Konservativen Partei zu: Einen Zoll-Vorschlag Mays, der Britannien viel näher an der EU hielte als bislang bekannt, lehnen Hardliner offenkundig ab. Ihr eigener Brexit-Minister David Davis hat ihr nach Angaben des Finanzdienstes Bloomberg in einem Brief geschrieben, dass diese Idee so nicht funktioniere.

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