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Umkämpfte Rohstoffe: Ein Arbeiter an Gasanlagen in Italien Bild: Clara Vannucci/NYT/Laif

Italien Russland Ukraine : Italiens russischer Zwiespalt

Unter Draghi hält die Regierung im Ukrainekonflikt zu Europa, doch die Wirtschaft macht Geschäfte. Der Dialog dürfe nicht abreißen, argumentiert sie. 

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          Im vergangenen Juli pilgerten siebzig italienische Unternehmen in eine Industriestadt nahe der imaginären Trennlinie zwischen Europa und Asien: In Jekaterinburg, 1700 Kilometer östlich von Moskau, fand die größte russische Industriemesse namens Innoprom statt – und Italien war als erster EU-Staat das Partnerland der Veranstaltung. Der mitgereiste italienische Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Giancarlo Giorgetti, sprach von einer „natürlichen und gegenseitigen Anziehungskraft zwischen Russen und Italienern“. Der anwesende Ministerpräsident Russlands, Michail Mischustin, hörte die Worte gerne. Am 26. Januar dieses Jahres fand ein Zusammentreffen auf noch höherer Ebene statt. Staatspräsident Putin nahm an einer Videokonferenz mit Vorstandsvorsitzenden der wichtigsten italienischen Unternehmen teil, darunter der Versicherer Generali, die Banken Intesa Sanpaolo und Unicredit sowie der Reifenhersteller Pirelli. „Solch ein Treffen auf diesem Niveau gab es noch nie. Ich hoffe, dass sie künftig jedes Jahr stattfinden können, freilich in einem ruhigeren Klima“, sagte der Mitorganisator, der Unternehmer Vincenzo Trani, der F.A.Z. Der Italiener ist Präsident der russisch-italienischen Handelskammer, lebt seit mehr als zwanzig Jahren in Moskau und hat dort eine Unternehmensgruppe aufgebaut, für deren Aufsichtsrat er kürzlich den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi gewann.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Bei dem Wirtschaftsgipfel, an dem neben sechzehn italienischen Spitzenmanagern auch acht russische Minister teilnahmen, malte Putin die Zukunft in rosigen Farben: Er sehe „ernsthafte Perspektiven für den Ausbau der Geschäftspartnerschaft zwischen Moskau und Rom“, etwa im Energiebereich. Westlichen Politikern und Beamten dagegen stieß das Treffen sauer auf. Es sei „inopportun“ in dieser spannungsgeladenen Zeit, hieß es in EU-Kreisen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte die Organisatoren um eine Absage gebeten – vergeblich. Sie konnte lediglich dafür sorgen, dass drei Energieunternehmen mit größerer Staatsbeteiligung absagten. „Wir können privaten Unternehmen solch eine Veranstaltung eben nicht verbieten“, heißt es.

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