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Italienische Bank : Keine privaten Investoren für Monte dei Paschi

Der Börsenwert von Monte dei Paschi ist zuletzt unter 500 Millionen Euro geschrumpft. Bild: dpa

Eine Kapitalerhöhung bei der italienischen Bank ist gescheitert. Jetzt trifft Italiens Regierung offenbar die nötigen Vorbereitungen zu ihrer Rettung.

          Die drittgrößte italienische Bank Monte dei Paschi mit Sitz in Siena hat es offenbar nicht geschafft, genügend private Investoren für die nötige Kapitalerhöhung von 5 Milliarden Euro zu finden. Deshalb wird nun eine staatliche Intervention zur Rettung der Bank vorbereitet. Die Zeichnungsfrist für die Kapitalerhöhung von Monte dei Paschi lief um 14 Uhr aus. Bislang gibt es noch keine offizielle Nachricht zum Ausgang des Angebots neuer Aktien. Positive Nachrichten hätte die Bank wohl sofort verbreitet.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Italienische Medien, etwa das Staatsfernsehen Rai, urteilen daher, es fehle nur noch die offizielle Bestätigung für das Scheitern der Kapitalerhöhung. Die Bank hatte dabei noch bis zum Mittwoch einen wichtigen Schritt geschafft: Insgesamt zeigten sich Inhaber von Bankobligationen mit einem Volumen von 2,45 Milliarden Euro bereit, ihre Forderungen in Aktien umzuwandeln. Monte dei Paschi musste daher nur noch 2,55 Milliarden Euro an frischem Kapital finden. Das ist aber immer noch das Fünffache des Börsenwerts der Bank, der zuletzt unter 500 Millionen Euro geschrumpft ist. Der Plan der Bankenspitze sah vor, dass ein „Leitinvestor“ wie der Staatsfonds des Golfstaats Qatar neue Aktien für 1 Milliarde Euro erwerben würde. Er sollte damit amerikanische Fonds mit Investitionen von insgesamt 700 Millionen Euro zu Investitionen bewegen. Damit hätten nur noch rund 800 Millionen Euro vom freien Aktienmarkt gefehlt. Dabei hätte etwa der italienische Staat, derzeit mit 4 Prozent an Monte dei Paschi beteiligt, seinen Anteil von 200 Millionen Euro an der Kapitalerhöhung zeichnen können. Doch nach dem fehlgeschlagenen Versuch einer Verfassungsänderung und der Regierungskrise hatten sich der Staatsfonds aus Qatar und die amerikanischen Investoren zurückgezogen.

          Parlament hat schon Neuverschuldung gebilligt

          Es wird erwartet, dass der Verwaltungsrat von Monte dei Paschi offiziell einen Antrag auf Staatshilfe stellen würde. Der italienische Ministerrat soll bis Freitag ein Hilfspaket beschließen. Wie genau die Staatsintervention aussehen soll, ist noch ungewiss. Als Standardoption wird angenommen, dass Obligationen von Monte dei Paschi in Aktien umgewandelt würden und eventuell im gleichen Maß die italienische Regierung Aktien erwerben könnte; zugleich gilt als sicher, dass die Kleinanleger für Verluste mit Obligationen zumindest teilweise entschädigt werden. Zu den Optionen, über die spekuliert werden, gehört aber offenbar auch der direkte Erwerb von Obligationen durch den italienischen Staat und die nachfolgende Umwandlung in Aktien. Zugleich gilt als sicher, dass die – offenbar nur noch für wenige Wochen ausreichende – Liquidität von Monte dei Paschi durch Staatsgarantien abgesichert wird.

          Das Parlament hat schon am Mittwoch die Erweiterung des Rahmens für die Neuverschuldung Italiens um 20 Milliarden Euro gebilligt. Mit diesen Mitteln sollen auch noch weitere notleidende Banken unterstützt werden. Der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan hat sich dafür einen breiten Rahmen geschaffen, in dem er beim Antrag für die Gelder des Rettungspakets weit gesteckte Ziele setzte. Demnach geht es nicht nur die Rettung von Banken und die Absicherung der Liquidität des Banksystems. Zugleich sagte Padoan am Montag, es gehe auch um ein „Programm zur Stärkung des Eigenkapitals von Banken“.

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