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Monte dei Paschi : Italienische Krisenbank will mehr Zeit für Rettungsplan

  • Aktualisiert am

Die Krisenbank bereitet Kopfzerbrechen: Monte dei Paschi in Siena Bild: Reuters

Schlappe beim Referendum, Renzi-Rücktritt: Die Sorgen um Italien sind groß. Vor allem wegen der Krisenbank Monte dei Paschi. Die will nun von der EZB mehr Zeit für die Erfüllung ihres Rettungsplans haben.

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          Die angeschlagene italienische Traditionsbank Monte dei Paschi braucht mehr Zeit für die Beschaffung von frischem Kapital. Das Geldhaus beantragte bei der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Verlängerung der Frist für die Erfüllung des Rettungsplans bis zum 20. Januar 2017, wie die Bank am späten Mittwochabend mitteilte. Die Frist endet eigentlich Ende des Jahres.

          Der Rettungsplan war im Sommer nach der geglückten Rettung des 1472 gegründeten Geldhauses gestrickt worden und sieht vor, fünf Milliarden Euro an frischem Geld unter anderem durch die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital zu beschaffen. Die drittgrößte italienische Bank leidet vor allem unter faulen Krediten im Umfang von 28 Milliarden Euro.

          Als größter Unsicherheitsfaktor für die Erfüllung des Rettungsplans galt das Referendum über eine Verfassungsreform am vergangenen Sonntag. Aus Sicht der Finanzmärkte trat das „Worst-Case Szenario“ ein: Knapp 60 Prozent der Wähler stimmten gegen die Reformpläne von Matteo Renzi, der als Ministerpräsident das Referendum veranlasst hatte.

          Er trat am Mittwochabend zurück. Die Märkte reagierten nach dem Ausgang der Abstimmung am Sonntag zwar zunächst verhalten, Renzis Rücktritt könnte aber eine längere Phase der Unsicherheit für das hoch verschuldete Land einleiten.

          Wird der Staat die Krisenbank stabilisieren?

          Kurz nach dem offiziellen Rücktritt Renzis hatten die Sorgen an den Börsen allerdings nachgelassen, weil sich Hoffnungen breit machten, dass der Staat die Krisenbank stabilisieren könnte. Dies hatte die Aktien  von Monte die Paschi am Mittwoch kräftig steigen lassen. Die Regierung hatte zwar zuvor einen Medienbericht dementiert, wonach sie einen Milliarden-Kredit beim Euro-Rettungsschirm ESM zur Stützung der Banken erwägt. Gleichwohl gibt es offenbar konkrete Rettungspläne für Monte dei Paschi, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend von zwei Insidern erfuhr. Demnach denkt das Finanzministerium in Rom über eine Aufstockung seiner Beteiligung an Monte dei Paschi nach. Aktuell hält die Regierung vier Prozent an der ältesten Bank der Welt. Dieser Anteil könnte nun auf bis zu 40 Prozent ausgebaut werden.

          Die Regierung würde damit auch das Risiko begrenzen, dass Privatleute viel Geld verlieren, sollte sich die Krise der Bank weiter zuspitzen. In einem solchen Fall könnte das Vertrauen in den gesamten italienischen Finanzsektor verloren gehen. Das Finanzministerium und Monte dei Paschi wollten die Informationen nicht kommentieren.

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