https://www.faz.net/-gqe-84e2e

IT-Branchenverband : Thorsten Dirks wird neuer Bitkom-Chef

Thorsten Dirks: Telekommunikationserfahrung für den Bitkom Bild: Picture-Alliance

Der Branchenverband der deutschen IT-Industrie bekommt einen neuen Präsidenten. Nach Informationen der F.A.Z. rückt Thorsten Dirks an die Spitze des Verbandes.

          1 Min.

          Thorsten Dirks wird der neue Präsident des Informationstechnologie-Branchenverbandes Bitkom. Nach Informationen der F.A.Z. sind alle Präsidiumsmitglieder des Verbandes für die Wahl von Dirks, die auf der Mitgliederversammlung am 1. Juli in Berlin stattfinden wird. Dirks wurde 1963 in Hamburg geboren und tritt die Nachfolge von Dieter Kempf an, der den Verband in den vergangenen vier Jahren geführt hat. Mit Thorsten Dirks bekommt der Bitkom einen Präsidenten mit einiger internationaler Erfahrung und erheblichem Fachwissen in der Telekommunikation. Das dürfte ein gewichtiges Argument für ihn gewesen sein. Denn eine funktionierende Netzinfrastruktur ist die Grundlage für die Digitalisierung der Wirtschaft unter dem Stichwort „Industrie 4.0“.

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Dirks ist seit Oktober 2014 Vorstandsvorsitzender der Telefónica Deutschland Holding AG in München – eine Tatsache, die auch den Telefónica-Wettbewerber Deutsche Telekom als Bitkom-Verbandsmitglied nicht davon abhalten wird, für Dirks zu stimmen. Im Bitkom saß Dirks neben dem Telekom-Vorstandsvorsitzenden Timotheus Höttges bisher gemeinsam im Präsidium.

          Vor seiner Zeit bei Telefónica war Dirks sieben Jahre Vorsitzender der Geschäftsführung der E-Plus Gruppe, die seit dem Verkauf des Mobilfunkunternehmens vom niederländischen Telekommunikationsanbieter KPN an den spanischen Telefónica-Konzern Teil von Telefónica Deutschland ist. Bis dahin war Dirks bei KPN im Vorstand für das internationale Mobilfunkgeschäft zuständig – und ist, was für einen Verband ebenfalls wichtig ist, politisch interessiert, wobei er dem sozialdemokratischen Spektrum zuzuordnen ist.

          Der Diplom-Ingenieur Dirks kam 1996 zu E-Plus und führte als langjähriges Mitglied der Geschäftsleitung unter anderem die Bereiche Innovation, Netz und IT. Er war maßgeblich verantwortlich für die Mehrmarken-Strategie des Unternehmens: Schon seit Jahren wendet sich die Marke E-Plus nicht mehr direkt an Endkunden, sondern versteckt sich hinter den Angeboten von zum Beispiel Base, Simyo oder Aldi-Talk. Schon vor seinem Einstieg bei E-Plus war Dirks in verschiedenen Unternehmen der Telekommunikationsbranche tätig, unter anderem bei Orbitel und Vebacom. Und im Jahr 2009 publizierte er als Autor das Fachbuch „Ich, Du, Er, Sie, Es und Wir: Wie wir kommunizieren werden“ über die Entwicklung der Telekommunikation.

          Insofern weiß Dirks durchaus mit der deutschen Sprache umzugehen, was in der politisch-repräsentativen Rolle eines Verbandsvorsitzenden hilfreich ist. Diese Eigenschaft zeichnet auch seinen Vorgänger Kempf aus, den Chef des als Genossenschaft organisierten IT-Dienstleisters Datev aus Nürnberg.

          Weitere Themen

          Preisrekorde gefährden Green Deal

          Energie : Preisrekorde gefährden Green Deal

          Strom und Gas sind so teuer wie lange nicht. Für die EU-Kommission kommt das zur Unzeit – und einige Länder haben schon Notfallpläne verabschiedet.

          Topmeldungen

          Hans-Georg Maaßen trifft Thilo Sarrazin (r), früheres SPD-Mitglied und Politiker, bei einer Wahlkampfveranstaltung im Saal Simson des Congress Centrum Suhl.

          Maaßen und Sarrazin : Wahlkampf der alten Männer

          In Suhl diskutiert CDU-Kandidat Hans-Georg Maaßen mit dem früheren SPD-Mitglied Thilo Sarrazin. Dabei geht es weniger um Inhalte und vielmehr um die persönliche Kränkung der beiden.
          SPD-Dynastie: Familie Siebel im „stadtbauraum“, einer Veranstaltungsstätte  am früheren Kohleschacht Oberschuir in Gelsenkirchen.

          Politische Prägung : Wählen wie die Eltern

          Welcher Partei wir bei einer Wahl unsere Stimme geben, hängt auch mit der Prägung durch das Elternhaus zusammen. Oder gerade nicht? Drei Ortsbesuche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.