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F.A.Z. exklusiv : Iren kaufen deutsche Filialen von Toys ’R’ Us

In Amerika werden alle Filialen der Spielzeugkette geschlossen. Bild: Reuters

In Amerika werden alle Filialen geschlossen, in Deutschland gibt es Hoffnung: Ein Familienkonzern übernimmt das Geschäft der insolventen amerikanischen Spielzeugkette im deutschsprachigen Raum.

          Die deutschen Filialen von Toys 'R' Us bekommen nach Informationen der F.A.Z. einen neuen Eigner. Der irisch-britische Konkurrent Smyths kauft das Geschäft der amerikanischen Spielzeugkette im deutschsprachigen Raum, wie aus informierten Kreisen verlautete. Eine entsprechende verbindliche Vereinbarung sei geschlossen worden. Damit entgehen die hiesigen Filialen dem Schicksal, welches die Läden im amerikanischen Heimatmarkt ereilt. Die sollen im Zuge der Insolvenz geschlossen werden. Zum Kaufpreis war zunächst nichts zu erfahren.

          Klaus Max  Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Smyths erwirbt rund 90 Läden und das Internetgeschäft im deutschsprachigen Raum, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Vorhaben muss behördlich noch genehmigt werden. Smyths will, wie zu hören ist, den Namen der Geschäfte ändern. Management und Mitarbeiter und auch die hiesige Verwaltung in Köln sollen übernommen werden, ist zu hören. Smyths ist ein in Irland ansässiges Familienunternehmen und betreibt nach eigenen Angaben mehr als hundert Läden im Vereinigten Königreich und in Irland. Mit den hiesigen Toys-'R'-Us-Filialen erschließt sich das Unternehmen nun den deutschen Markt. Smyths lehnte einen Kommentar ab, Toys 'R' Us war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

          Alle amerikanischen Filialen werden geschlossen

          Smyths lässt sich bei dem Vorhaben von dem Fusions- und Übernahmespezialisten Acris beraten. Toys 'R' Us hat für den Verkauf des Geschäfts im deutschsprachigen Raum die Investmentbank Lazard mandatiert. Beide lehnen einen Kommentar zu der Angelegenheit ab. Toys 'R' Us leidet wie andere stationäre Betreiber unter dem Wettbewerb mit dem Online-Handel.

          Wie berichtet, hatten Interessenten Gebote in der ersten Aprilwoche abzugeben. Darunter war Smyths, wie Toys 'R' Us anschließend bestätigte. Der Ausgang des Verkaufsprozesses ist nicht nur für Mitarbeiter und Lieferanten relevant, sondern auch für die Geldgeber, welche in der Insolvenz Kredite vergeben haben: als „debtor-in-possession“, wie ein solcher Gläubiger im Jargon heißt. Im deutschsprachigen Raum hatte sich dem Vernehmen nach rund ein halbes Dutzend an spekulativen Fonds beteiligt, die auf Kredite an angeschlagene Unternehmen spezialisiert sind. Sie halten Anleihen an einer Zwischenholding namens Taj, welche über dem deutschsprachigen Geschäft von Toys 'R' Us aufgehängt ist.

          Toys 'R' Us leidet wie andere stationäre Betreiber unter dem Wettbewerb mit dem Online-Handel. Das amerikanische Unternehmen hatte im September ein Insolvenzverfahren eröffnet und sich zunächst überzeugt gezeigt, überleben zu können. Im vergangenen Monat kündigte das Unternehmen aber an, alle Filialen in den Vereinigten Staaten würden geschlossen. Das Geschäft im deutschsprachigen Raum ebenso wie für einige andere Länder sollte dagegen in andere Hände übergehen. 

          In Amerika stellte Toys 'R' Us seine Internetseite ein und nahm keine Bestellungen an. Das in dieser Branche wichtige Weihnachtsgeschäft verlief sehr schlecht, was zur Entscheidung beitrug, die dortigen Läden zu schließen. Die deutsche Tochtergesellschaft vermeldete dagegen im März, sie blicke auf ein „sehr solides Geschäftsjahr und eine gute Weihnachtssaison“.

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