https://www.faz.net/-gqe-14qe6

Irak : Shell erhält Zuschlag für riesiges Ölfeld

  • Aktualisiert am

Shell und Petronas stachen den Rivalen Total aus Bild: dpa

Europas größter Ölkonzern hat im Irak den Zuschlag für eines der weltweit größten noch unerschlossenen Ölfelder bekommen. Shell will zusammen mit der malaysischen Petronas künftig 1,8 Millionen Barrel pro Tag aus dem gigantischen Madschnun-Vorkommen pumpen.

          1 Min.

          Der Energieriese Shell hat im Irak den Zuschlag für eines der weltweit größten noch unerschlossenen Ölfelder bekommen. Europas größter Ölkonzern will zusammen mit der malaysischen Petronas künftig 1,8 Millionen Barrel pro Tag aus dem gigantischen Madschnun-Vorkommen pumpen.

          Insgesamt buhlen internationale Energiekonzerne bei der zweiten Auktion von Förderrechten seit dem Sturz Saddam Husseins 2003 um leicht zu erschließende Ölreserven, die etwa denen des Opec-Mitglieds Libyen entsprechen. Mit den Mengen aus den zehn angebotenen Feldern könnte der Irak den beiden größten Förderländern Saudi-Arabien und Russland Konkurrenz machen und damit auch geopolitisch erheblich an Gewicht gewinnen.

          Shell und Petronas blieben am Freitag mit ihrem Gebot zwar unter der Erwartung der irakischen Regierung, wie das Ölministerium mitteilte. Sie stachen aber den französischen Rivalen Total aus, der sich mit CNPC aus China ebenfalls um Madschnun
          bemüht hatte. Total hatte sich schon unter Saddam um die Rechte für das Feld mit seinen Reserven von 12,6 Milliarden Barrel bemüht, das im relativ stabilen Südirak liegt. CNPC und Total bekamen aber den Zuschlag für ein kleineres Feld mit 4,1 Milliarden
          Barrel.

          Ölfieber in Bagdad : Multis ringen um Förderlizenzen

          Konzerne meiden Terror-Regionen

          Für ein zweites Riesen-Reservoir, das teils unter dem Unruheviertel Sadr City gelegene Ost-Bagdad-Feld, fand sich dagegen wegen der noch immer unsicheren Sicherheitslage in der Hauptstadt kein Bieter. Auch eine Gruppe von Ölvorkommen in der
          Unruheprovinz Dijala stieß nicht auf Interesse bei den Bietern. Ölminister Hussain al-Schahristani kündigte daraufhin an, die Regierung werde sie selbst erschließen.

          Der Irak braucht für den Wiederaufbau nach Jahrzehnten von Krieg, Sanktionen und Vernachlässigung seiner Ölanlagen dringend die erwarteten Einnahmen aus den Förderlizenzen. Anders als bei einer ersten Auktion im Juni haben die Konzerne
          mittlerweile ihre Scheu abgelegt und nehmen für den Zuschlag erhebliche verbleibende Rechtsrisiken in kauf.

          Ungeachtet der nach den jüngsten Anschlägen besonders angespannten Sicherheitslage hatten sich für die zweitägige Auktion in Bagdad hochrangige Vertreter von insgesamt 44 Ölkonzernen angesagt - darunter auch von Exxon und Chevron aus den Vereinigten Staaten sowie
          von BP aus Großbritannien. Die Polizei sperrte für ihre Konvois mit gepanzerten Autos zahlreiche Straßen ab, und über dem von starken Einheiten gesicherten Ölministerium kreisten Hubschrauber der irakischen Armee. Am Dienstag waren bei einer
          Anschlagsserie in der Hauptstadt 112 Menschen getötet worden.


          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Armin Laschet nach der Präsidiumssitzung der CDU am Montag in Berlin

          Laschet in Not : Warten auf die Wende

          Die launige Stimmungsdemokratie tut Laschet nicht den Gefallen einer „Wende“ durch die Medien. Auf die konnte sich die CDU noch nie verlassen. Aber das war und ist nicht die Schwäche der Union, sondern ihre Stärke.
          Frank Plasberg wollte anhand von Leitfragen die Unterschiede zwischen den Parteien deutlich machen.

          TV-Kritik Hart aber fair : Die Nato wird wohl nicht aufgelöst

          Frank Plasberg hat sich kurz vor der Wahl etwas Besonderes ausgedacht. Mit Leitfragen will er die Unterschiede zwischen den Parteien deutlich machen. Doch am Ende entgleitet es ins Aberwitzige.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.