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Geldschneiderei mit iPhones? : Französische Justiz ermittelt gegen Apple

  • Aktualisiert am

Reif zum Ersetzen oder noch zu gebrauchen? Das 2014 vorgestellte iPhone 6. Bild: dpa

Weil alte iPhones künstlich verlangsamt werden, bekommt Apple nun Ärger in Frankreich. Geplante Obsoleszenz ist dort strafbar. Den Vorwurf lässt der Konzern aber nicht gelten.

          Wegen der gezielten Leistungsdrosselung bei iPhones droht Apple juristischer Ärger in Frankreich. Gegen den amerikanischen Technologiekonzern wurden Vorermittlungen eingeleitet. Dabei solle auch der Vorwurf der Verbrauchertäuschung geprüft werden. Das bestätigten Justizkreise am Montagabend in Paris.

          Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht zu den Ermittlungen. Apple hatte im Dezember eingeräumt, dass ältere iPhone-Modelle per Software-Update gezielt verlangsamt werden, um zu verhindern, dass sie sich plötzlich ausschalten. Das Unternehmen entschuldigte sich bei seinen Kunden, bestritt aber den Vorwurf der geplanten Obsoleszenz. Die Funktion greife nur bei Kälte, niedriger Batterieladung oder abgenutzten Batterien. Kritiker vermuten allerdings, dass Apple Kunden, die mit ihrem langsameren Smartphone unzufrieden sind, zum Kauf eines neuen Modells verleiten will.

          In Frankreich strafbar

          Französische Verbraucherschützer, die sich gegen die bewusst verkürzte kurze Lebensdauer technischer Geräte einsetzen, hatten daraufhin eine Klage gegen Apple eingereicht. Wegen der sogenannten programmierten Obsoleszenz waren Ende Dezember in Frankreich bereits vorläufige Ermittlungen gegen den Druckerhersteller Epson eingeleitet worden. Ein solcher eingebauter Verschleiß ist in Frankreich seit 2015 strafbar.

          Die bereits am vergangenen Freitag eingeleitete Untersuchung sei der Wettbewerbsbehörde DGCCRF übergeben worden, wie die Justizkreise weiter berichteten.

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