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Zeitfracht kauft Modemärkte : Adler findet endlich einen Investor

Eine neue Chance auf rosige Zeiten? Das Logistikunternehmen Zeitfracht soll bei den gebeutelten Adler Modemärkten einsteigen. Bild: dpa

Die insolvente Modekette hatte den Frühling mit einem Millionendarlehen der Bundesregierung gerade so überstanden. Nun übernimmt ein Unternehmen, das mit Kleidung eigentlich gar nichts am Hut hat.

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          Ihm mangele es an Respekt, sagt Vertriebsleiter Jörg über den 38-Jährigen mit den kinnlangen Haaren. Mitarbeiter Gregor urteilt nur: „matschig-maulig, abgewandt.“ Für die drei Jahre jüngere Frau haben sie positivere Worte: Sie sei freundlich, belastbar und kritikfähig.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Sarah Obertreis
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Was die Mitarbeiter nicht wissen: Die beiden, über die sie diese Urteile fällen, sind tatsächlich ihre Chefs, Firmen-Eigentümerin Jasmin Schröter und ihr Ehemann Wolfram Simon-Schröter, die damals, im Jahr 2019, verkleidet an der Fernsehsendung „Undercover Boss“ teilnehmen. Dass Vertriebsleiter Jörg und Mitarbeiter Gregor sie offenbar nicht erkannt haben, ist nachvollziehbar. Denn der Zeitfracht-Konzern ist nicht gerade klein, weltweit 3700 Mitarbeiter hat er nach eigenen Angaben. Zu ihm gehören Lastwagen-Flotten, Schiffe, Flugzeuge, ebenso wie Immobilien, ein Internetshop für Computerzubehör und der Buchgroßhändler KNV. Der Umsatz der Gruppe soll nach Medienberichten mehrere hundert Millionen Euro betragen, der Konzern im Familienbesitz veröffentlicht selbst keine Geschäftszahlen.

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