https://www.faz.net/-gqe-9tc0g

Investorenkonferenz in London : Daimler will Milliarden beim Personal sparen

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG Bild: dpa

Vor allem die Autosparte muss Kosten senken. Dazu sollen sowohl im Management als auch in den indirekten Bereichen Stellen abgebaut werden. Gleichzeitig werden die Investitionen gedeckelt.

          2 Min.

          Daimler plant für die nächsten Jahre deutliche Kostensenkungen und wird trotzdem eine deutlich schlechtere Rendite erzielen als langfristig eigentlich vorgesehen. Das zeigen die Eckpunkte der Strategie, die der seit Mai amtierende Daimler-Vorstandschef Ola Källenius an diesem Donnerstag in London vor Analysten und Investoren präsentiert. Diese ersten Informationen stellten die Anleger aber offenbar nicht zufrieden. Die Daimler-Aktie war im frühen Handel mit einem Kursminus von 3 Prozent der schlechteste Wert im Deutschen Aktienindex.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          „Die Kostenbelastungen zur Erreichung der CO2-Ziele erfordern umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung“, wird Ola Källenius in einer Pressemitteilung zitiert: „Dazu gehören auch die Verschlankung unserer Prozesse und Strukturen.“ Allein die Personalkosten in der Sparte Mercedes-Benz Cars sollen bis Ende 2022 um mehr als eine Milliarde Euro sinken. Dazu sollen sowohl im Management als auch in den indirekten Bereichen – außerhalb der Produktion – Stellen abgebaut werden, teilte der Stuttgarter Konzern vor dem Start der Investorenveranstaltung mit.

          Um die Maßnahmen „so verträglich wie möglich zu gestalten“ sei man mit den Arbeitnehmervertretern in engem Austausch, heißt es in der Mitteilung weiter. Von Seiten des Konzernbetriebsrats hatte der Daimler-Vorstand aber umgehend Widerstand zu spüren bekommen, als vergangene Woche erste Details zu den Sparvorschlägen aus der Unternehmensleitung bekannt wurden, darunter der Abbau von 10 Prozent des Führungspersonals, aber auch der Verzicht auf Gehaltserhöhungen.

          Daimler Trucks mit Wachstumschancen

          Auch in der Van-Sparte sollen die Personalkosten um 100 Millionen Euro verringert werden. Um 300 Millionen Euro sollen die Personalkosten im Bereich Mercedes-Benz Trucks Europe sinken. Einzig in der Sparte Daimler Mobility, in der Finanzdienstleistungen, Flottengeschäft und neue Mobilitätsservices zusammen gefasst sind, ist von Personalkosten-Einsparungen nicht die Rede. Für die Daimler-Belegschaft in Deutschland hat der Betriebsrat schon vor zwei Jahren eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 ausgehandelt.

          Weitere Schwerpunkte der von Källenius präsentierten Strategie sind Einsparungen bei den Materialkosten und eine Eindämmung der zuletzt stark gewachsenen Investitionsbudgets. Die Renditen, die Daimler damit zu erreichen glaubt, liegen deutlich unter den Margen der vergangenen Jahre. Mit Autos und Vans werde Mercedes eine Umsatzrendite im laufenden Geschäft von mindestens 4 Prozent im Jahr 2020 und von mindestens 6 Prozent im Jahr 2022 erreichen, aber nur vor möglichen Zöllen, über die ja bisher keine Klarheit herrscht.

          Für Daimler Trucks hält der Stuttgarter Konzern sogar eine etwas höhere Rendite für möglich, nämlich mindestens 5 Prozent im nächsten Jahr und mindestens 7 Prozent im Jahr 2022. Vor allem der Markt für schwere Lastwagen, auf den sich Daimler Trucks verstärkt konzentriert, biete weltweite Wachstums- und Gewinnperspektiven, heißt es dazu. Mercedes-Benz Cars wiederum soll sich als „Pionier für nachhaltigen modernen Luxus“ positionieren.

          Weitere Themen

          Besser als Google Maps

          Autobahnen : Besser als Google Maps

          Bald übernimmt der Bund Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen. Anfang 2020 beginnt ein erster Härtetest: Eine Verwaltung, die sich Jahrzehnte eingespielt hat, wird durcheinandergewirbelt. Wird alles klappen?

          Topmeldungen

          Freie Fahrt? Auf Deutschlands Autobahnen wartet die „größte Verwaltungsreform seit Jahrzehnten“.

          Autobahnen : Besser als Google Maps

          Bald übernimmt der Bund Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen. Anfang 2020 beginnt ein erster Härtetest: Eine Verwaltung, die sich Jahrzehnte eingespielt hat, wird durcheinandergewirbelt. Wird alles klappen?
          Die Dividenden ersetzen die Zinsen nicht.

          Die Vermögensfrage : Die Dividende ist nicht der neue Zins

          In Zeiten abgeschaffter Zinsen werden neue Anlagemöglichkeiten gesucht und gefunden: die Dividende. Ein guter Tausch? Dividendentitel können ein attraktiver Bestandteil der eigenen Aktienanlagestrategie sein, den Zins aber ersetzen sie nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.