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Pharmakonzern : Finanzinvestoren übernehmen Stada für 5,3 Milliarden Euro

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Wurde in den vergangenen Wochen genau geprüft: Stada stellt rezeptfreie Medikamente und Nachahmer-Mittel (Generika) her. Bild: dpa

Ein wochenlanger Poker scheint beendet: Die Investoren Bain und Cinven sollen den Pharmakonzern Stada übernehmen. Die Arbeitsplätze am Hauptsitz in Bad Vilbel sollen erhalten bleiben. Die Aktie gewann kräftig.

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          Im Ringen um die Übernahme des Pharmakonzerns Stada sollen nach dem Willen des Managements die Finanzinvestoren Bain und Cinven den Zuschlag erhalten. Dem Unternehmen seien zwei Übernahmeangebote angekündigt worden, das von Bain und Cinven sei das attraktivste, teilte Stada am Montagmorgen in Bad Vilbel mit. „Unsere Verhandlungsstrategie der letzten Wochen war sehr erfolgreich", zeigte sich Aufsichtsratschef Carl Ferdinand Oetker zufrieden.“

          Je Stada-Aktie bieten Bain und Cinven demnach 65,28 Euro und haben zudem eine Dividende von 72 Cent zugesagt. Die Offerte bewerte den Arzneimittelhersteller mit einem Unternehmenswert inklusive Schulden von 5,3 Milliarden Euro. Bedingung sei, dass Bain und Cinven mindestens 75 Prozent der Anteile angedient werden.

          „Vorstand und Aufsichtsrat werden die Angebotsunterlage nach Veröffentlichung prüfen“, heißt es in der Mitteilung. Aus heutiger Sicht gingen beide Gremien davon aus, den Stada-Aktionären die Annahme der Offerte zu empfehlen.

          Neben Bain und Cinven hatte ein Bündnis der Finanzinvestoren Advent und Permira mit Stada über eine Übernahme verhandelt. Bislang wollten die Konsortien 58 Euro je Aktie bezahlen. Stada stellt rezeptfreie Medikamente und Nachahmer-Mittel (Generika) her. Er stellt zum Beispiel „Grippostad“ und „Ladival“ her.

          Stellenabbau soll sich im Rahmen halten

          Die im Nebenwerteindex MDax notierte Stada-Aktie schoss am Montag im Parketthandel um elf Prozent auf 64,39 Euro nach oben. Vor einem Jahr war sie noch gut die Hälfte wert. Damit die Übernahme zustande kommt, müssen Bain und Cinven 75 Prozent der Stada-Titel angedient bekommen. Bis sie perfekt ist, dürfte es noch bis zum Sommer dauern, wie Vorstandschef Matthias Wiedenfels sagte.

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          Der hohe Preis, den die künftigen Eigentümer zahlen, soll aber nicht auf Kosten der Belegschaft gehen. Bain und Cinven hätten versprochen, vier Jahre lang keine Stellenstreichungen zu fordern, die der Vorstand nicht ohnehin bereits im Sinn hatte. "Das wird nicht vollkommen ohne einen Abbau von Arbeitsplätzen gehen", sagte Wiedenfels in einer Telefonkonferenz. "Die Zahl wird sich aber im Rahmen halten. Größere Restrukturierungen sind nicht geplant."

          Wiedenfels, der im Frühsommer 2016 anstelle des erkrankten langjährigen Vorstandschefs Hartmut Retzlaff an die Spitze von Stada gerückt war, will auch unter den neuen Eigentümern an Bord bleiben. Er habe "große Lust", sein Zukunftsprogramm für das Unternehmen auch selbst umzusetzen, sagte er. "Wir wollen Stada in die Spitzengruppe des Wettbewerbs bringen." Bain und Cinven setzen bei den Hessen auch auf Wachstum durch Zukäufe, die sie finanzieren wollen.

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