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Investmentbanker verurteilt : Insidertipps für den Klempner

Duschkopf dranschrauben - und dann Aktien kaufen: Einem Klempner und einem Banker sind Amerikas Finanzbehörden nun auf die Schliche gekommen. Bild: AFP

Ein ehemals leitender Banker muss fünf Monate in Haft. Denn der Finanzaufsicht fiel auf, wie viel Geld sein Handwerker plötzlich mit Aktien verdiente.

          Fast kann man ihn verstehen, den früheren Investmentbanker, der für die britische Bank Barclays in New York in der Beratung von Unternehmensübernahmen gearbeitet hat. Nun ist er wegen Insidertipps an seinen Klempner und Angelfreund zu fünf Monaten Haft verurteilt worden.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dabei hatte sich der 58 Jahre alte ehemalige Barclays-Direktor nur nach einem einfacheren und stressfreieren Leben gesehnt, wie er der Bezirksrichterin in Manhattan glaubhaft machen wollte. Denn nach seiner Aussage gab er dem Klempner Insidertipps bei Angelausflügen im Boot, um sich bei ihm beliebt zu machen in der Hoffnung auf einen ruhigen Arbeitsplatz in dessen Betrieb.

          Der Klempner bekannte sich schon schuldig

          Für den Klempner hatten sich die Tipps zunächst gelohnt. Er verdiente zwischen Februar 2014 und September 2015 dadurch 76.000 Dollar. Doch irgendwann kam die amerikanische Börsenaufsicht SEC den beiden auf die Schliche, nachdem ungewöhnliche Handelsverläufe im Zusammenhang mit den Aktien von Unternehmen vor der Bekanntgabe von Übernahmetransaktionen, bei denen Barclays als Berater fungierte, aufgefallen waren.

          Darunter befanden sich die Titel von Entropic Communications, CVS Health oder Omnicare. Der Klempner hat sich schon als schuldig bekannt. Seine Strafe steht noch aus. Zusammen mit seinem Angelfreund muss er die Gewinne aus den Aktiengeschäften, also 76.000 Dollar zurückzahlen. Der Investmentbanker muss neben seiner Haftstrafe auch noch ein Bußgeld von 10.000 Dollar leisten.

          Die Staatsanwälte nahmen dem Investmentbanker seine angebliche Sehnsucht nach einem ruhigeren Leben nicht ab. Denn sie konnten finanzielle Zuwendungen des Klempners sowie die kostenlose Renovierung des Badezimmers als Gegenleistung nachweisen. Da fällt einem der Hit von Reinhard Mey aus dem Jahr 1974 ein: „Ich bin Klempner von Beruf. Ein dreifach Hoch dem, der dies goldne Handwerk schuf!“

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