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Investmentbank : Goldman Sachs verbietet Sonntagsarbeit

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Alexander Dibelius Bild: Wohlfahrt, Rainer

Die Investmentbank Goldman Sachs verbietet den Mitarbeitern in Deutschland künftig die Sonntagsarbeit. „Wochenendarbeit muss genehmigt werden“, sagte Goldman-Sachs-Chef Alexander Dibelius der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

          Die Investmentbank Goldman Sachs verbietet den Mitarbeitern in Deutschland künftig die Sonntagsarbeit. „Wochenendarbeit muss genehmigt werden“, sagte Goldman-Sachs-Chef Alexander Dibelius der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Im Wettkampf um Talente habe er angeordenet, dass am Sonntag grundsätzlich nicht gearbeitet wird, sagt Dibelius.

          Um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, sollen die Büros am Wochenende nur noch in extremen Situationen aufgesucht werden. „Wir sind keine Maschinen“, sagte Investmentbanker Dibelius.

          Wo sind die „Muppets“?

          Die Investmentbank ist vor einigen Tagen in die Schlagzeilen geraten, nachdem in Amerika ein frustrierter Mitarbeiter ging und einen spektakulären Abschiedsbrief schrieb, der in der New York Times veröffentlicht wurde. Der 33 Jahre alte Bankangestellte Greg Smith aus der Derivate-Abteilung, gebürtiger Südafrikaner, rechnete in dem Brief auf der Meinungsseite der Zeitung („Warum ich Goldman Sachs verlasse“) mit der Bank ab. Die Liste der Vorwürfe war lang: Ihr Kern war, die Investmentbank arbeite nicht für ihre Kunden – sie melke diese vielmehr bewusst.

          Smith sprach von einem „giftigen und zerstörerischen“ Klima in der Bank, in dem Kunden über den Tisch gezogen werden. Was in den Köpfen der Leser aber am meisten hängenblieb, war der „Muppet“-Vorwurf: Smith schrieb, er habe in den vergangenen zwölf Monaten fünf leitende Mitarbeiter erlebt, die ihre Kunden „Muppets“ genannt haben, in einigen Fällen in internen E-mails.

          Goldman Sachs durchsucht E-mails von Mitarbeitern nach abfälligem Begriff

          Goldman Sachs will nun diese E-mails und ihre Adressaten offenbar finden: Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters scannt die Bank ihre internen E-mails nach dem Begriff „Muppets“. Dies habe Vorstandsvorsitzender Lloyd Blankfein in dieser Woche in einer Telefonbesprechung mit Goldman-Partnern verraten. Auch nach anderen abfälligen Bemerkungen über Kunden werde gesucht, hieß es weiter. Es ist nicht das erste Mal, dass Goldman Sachs sich mit dem Vorwurf kompromittierender E-mails auseinandersetzen muss. Bei einer Anhörung vor dem amerikanischen Kongress im Jahr 2010 konfrontierte Senator Carl Levin Führungskräfte von Goldman Sachs mit einer E-mail, in der ein an Kunden vertriebenes Wertpapierprodukt als „shitty deal“ bezeichnet wurde - also als „beschissenes Geschäft“. Die Anhörung stand in Zusammenhang mit Betrugsvorwürfen der Börsenaufsicht SEC, die Goldman Sachs mit einem außergerichtlichen Vergleich von 550 Millionen Dollar beigelegt hat. Die Bank gab damals zu, Kunden beim Vertrieb eines verlustträchtigen Hypothekengeschäfts nicht ausreichend informiert zu haben.

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