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Kartellamts-Chef im Gespräch : „Amazon darf kein Preiskontrolleur sein“

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts Bild: Reuters

Deutschlands Wettbewerbshüter gehen dem Vorwurf nach, wonach der Onlinehändler Amazon seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Das sagt Kartellamtspräsident Andreas Mundt im Interview mit der F.A.Z.

          6 Min.

          Herr Mundt, wie hat sich die Arbeit des Bundeskartellamtes durch die Corona-Epidemie verändert?

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Erst einmal war es wichtig, vollständig arbeitsfähig zu bleiben. In der Fusionskontrolle ist das besonders offensichtlich. Wenn wir nichts tun, gilt eine Übernahme einen Monat nach der Anmeldung als genehmigt. Wir haben die Herausforderungen in einer Mischung aus Homeoffice und Präsenz gut bewältigt. Das funktioniert prima und wird die Organisation im Amt vielleicht auch künftig verändern. Aber einiges ist nach wie vor schwierig.

          Wo hakt es?

          In der Kartellverfolgung ist es in diesen Zeiten nicht so einfach, zu Durchsuchungen auszurücken. Da sind viele Beamte, meistens auch die Polizei, beteiligt. Ohne ein Schutzkonzept geht das nicht. Aber wir haben uns auch in diesem Bereich an die neue Situation anpassen können. Preisabsprachen werden auch in der Krise nicht geduldet. Die Kollegen hatten und haben auch so genug zu tun, die bereits laufenden Fälle zu bearbeiten. Mit großem Erfolg übrigens. Wir haben in diesem Jahr schon 817 Millionen Euro an Bußgeldern eingenommen.

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