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Insolvenzen : Große Pleitewelle droht

  • Aktualisiert am

Bild: Dpa(3), AP

Erst Rosenthal, dann Märklin, jetzt Schiesser. Die Wirtschaftskrise fordert immer mehr Opfer unter den Unternehmen. Und nicht nur in Deutschland. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist 2008 in Westeuropa um elf Prozent gestiegen.

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          Die Wirtschaftskrise fordert in Europa immer mehr Opfer unter den Unternehmen. 2008 sei die Zahl der Insolvenzen in den 15 Euro-Staaten, Norwegen und der Schweiz um knapp elf Prozent auf 150.000 geklettert, für 2009 sei mit einem weiteren Anstieg auf 170.000 bis 175.000 Insolvenzen zu rechnen, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag mit.

          Dabei schnellten die Pleiten vor allem in Spanien und Irland auf mehr als das Doppelte nach oben. In Deutschland lag die Zahl der Insolvenzen leicht über dem westeuropäischen Durchschnitt. In jüngster Zeit haben vor allem die Insolvenzen der Traditionsmarken Rosenthal, Märklin und Schiesser für Schlagzeilen gesorgt (siehe Schiesser stellt Insolvenzantrag; Märklin muss Insolvenz anmelden; Rosenthal meldet Insolvenz an ).

          „Die große Welle der Pleiten kommt aber erst 2009 an“

          In der Mehrzahl der westeuropäischen Länder sei die Insolvenzwelle allerdings noch nicht mit voller Wucht angekommen, hieß es. „Die große Welle der Pleiten kommt erst 2009 an.“ In Deutschland sei mit 30.000 bis 35.000 Insolvenzen zu rechnen, bestätigte Creditreform eine entsprechende Prognose vom Dezember. Zu schaffen mache den Firmen, die den Weg zum Insolvenzrichter gingen, ein Einbruch ihres Geschäfts. Aber auch Liquiditätsengpässe seien ein Problem, sagte der Sprecher. Ein Lichtblick für die Unternehmen seien dagegen die Konjunkturprogramme in zahlreichen europäischen Ländern, durch die die Rezession zumindest etwas abgemildert werde.

          Im Schnitt gingen in Westeuropa 83 von 10.000 Firmen den Weg zum Insolvenzrichter; in Deutschland waren es 96. Am höchsten war diese Zahl Creditreform zufolge in Luxemburg, Österreich und Frankreich, wo jeweils mehr als 200 von 10.000 Firmen Insolvenz anmeldeten. Besonders betroffen von den Pleiten waren Dienstleister und Händler, die jeweils ungefähr ein Drittel ausmachten. Gestiegen sei der Anteil der Baufirmen, während der das Verarbeitende Gewerbe am geringsten beteiligt gewesen sei. Insgesamt waren 1,4 Millionen Arbeitsplätze in den 17 Ländern von den Insolvenzen betroffen.

          Exporteure klagen über schlechte Zahlungsmoral ihrer Kunden

          Die Privatinsolvenzen gingen dagegen 2008 zurück; insgesamt wurden 3,6 Prozent weniger Insolvenzverfahren gemeldet. Dabei war der Rückgang in Deutschland mit 6,4 Prozent besonders groß, in den Niederlanden lag das Minus nach rechtlicher Änderungen sogar bei über einem Drittel. Deutlich mehr Verbraucher gingen dagegen in Finnland und Österreich Pleite.

          Die deutschen Exporteure bekommen die Schwierigkeiten ihrer Kunden im Ausland verstärkt zu spüren. Dabei klagt die überwiegende Mehrheit über eine schlechtere Zahlungsmoral ihrer Kunden, wie Creditreform zu einer Umfrage unter ungefähr 360 Unternehmen mitteilte. Am höchsten schätzten die Exporteure - überwiegend Industriebetriebe und Großhändler - die Insolvenzrisiken für 2009 in Osteuropa ein, insbesondere im Baltikum.



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