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Nach Insolvenz : Karstadt kauft sich Teile von Thomas Cook

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Passagiere im griechischen Heraklion auf dem Weg in eine Thomas-Cook-Maschine im September Bild: dpa

Wie geht es weiter mit den Reisebüros des insolventen Touristikkonzerns? Sie gehen ausgerechnet in die Hände des Handelsunternehmens, zu dessen Vorgängerkonzern Thomas Cook schon in alten Zeiten gehörte. Alltours nutzt die Lücke.

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          Mit dem Kauf von 106 Thomas-Cook-Reisebüros und der E-Commerce-Plattform des deutschen Cook-Ablegers schließt sich ein Kreis. Denn bevor der insolvente Reisekonzern im vergangenen Jahrzehnt in die Unabhängigkeit gelangte, gehörte das Unternehmen zum damaligen Karstadt-Mutterkonzern Arcandor. Wie die vorläufigen Insolvenzverwalter am Dienstag mitteilten, werden durch den Verkauf mehr als 500 Arbeitsplätze gesichert.

          Karstadt Kaufhof stößt damit wieder weiter in das Urlaubsgeschäft vor. Bislang gehören dem Konzern 78 Reisebüros in Warenhäusern und 22 weitere in Innenstädten. Durch den Kauf verdoppelt sich die Zahl der ihm gehörenden Büros. „Mit der künftig noch weitergehenden Verknüpfung von Online- und Offline-Fähigkeiten im Reisegeschäft schaffen wir den Sprung zum Omnichannel-Reiseanbieter“, sagte Karstadt-Kaufhof-Chef Stephan Fanderl. Schon zuvor hatte er Reisen zum Wachstumsfeld für das Unternehmen erklärt.

          Der Reiseanbieter Alltours peilt derweil für 2020 erstmals mehr als 2 Millionen Kunden an. „Für das neue Jahr planen wir mit 20 Prozent mehr Buchungen“, sagte Inhaber Willi Verhuven. Für das beendete Geschäftsjahr sprach er von Buchungen auf dem Niveau des Vorjahres, als Alltours 1,7 Millionen Gäste hatte. Der Vorsteuergewinn stieg um 15 Prozent und dürfte knapp 50 Millionen Euro erreichen.

          Alltours hat sich für 2020 die Möglichkeit gesichert, Kunden auch in 90 Prozent der bisherigen Cook-Exklusivhotels unterzubringen. Insolvenzopfer rüsten sich indes, um Geld für ausgefallene Urlaube zurückzufordern. Die Düsseldorfer Kanzlei Mutschke teilte im Internet mit, die erste Klage gegen den Bund eingereicht zu haben. Weil Deutschland den von der EU vorgegebenen Insolvenzschutz für Pauschalreisen auf 110 Millionen Euro je Versicherer begrenzt hat, halten es Reiserechtler für möglich, dass letztlich der Bund für Kundengelder haften müsse.

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