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Insolvenz : Die letzten Hertie-Filialen schließen

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Letzter Einkauf Bild: dpa

Etwa die Hälfte der 50 Häuser der insolventen Warenhauskette Hertie hat am Wochenende für immer die Tore geschlossen. Am kommenden Samstag soll auch für die restlichen Häuser Schluss sein.

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          Die Hälfte der 50 Häuser der insolventen Warenhauskette Hertie hat am Wochenende für immer die Tore geschlossen. Die restlichen Kaufhäuser werden am kommenden Samstag schließen, bestätigte Hertie-Gesamtbetriebsratschef Bernd Horn in Köln. Die Finanzkrise, ein ausgeprägtes Missmanagement und viele Altlasten aus der Karstadt-Ära hätten dafür gesorgt, dass es für die Häuser keine Rettung gegeben habe. 2600 Mitarbeiter würden arbeitslos und bekämen keine Abfindungen oder sonstige Ausgleichsleistungen.

          Absehbar sei dies schon vor Jahren gewesen, so der Betriebsrat. Eine wirkliche Sanierung und Neuausrichtung wäre bereits in der Karstadt AG notwendig gewesen. Die Hertie-Beschäftigten würden nicht nur arbeitslos, sie bekämen auch keine Abfindungen oder sonstige Ausgleichsleistungen. Die Beschäftigten würden ohne Lohn freigestellt, sobald ihre Arbeit nicht mehr für den Ausverkauf und die Abschlussarbeiten gebraucht werde, sagte ein Hertie-Sprecher. Es stehe noch nicht fest, inwieweit Ansprüche der Beschäftigten später aus der Insolvenzmasse befriedigt werden könnten. Denn es sei noch nicht klar sei, wie viel Geld am Ende zur Verfügung stehe.

          Keine weitere Chance

          Nach Angaben der Eigentümer sollen die Häuser neu vermietet werden. Teilweise seien dafür schon Interessenten gefunden worden. Die letzten Immobilien sollen dafür bis Mitte Oktober geräumt sein. Eine Fortführung der Warenhauskette Hertie unter der Regie neuer Investoren war vor Monaten gescheitert, weil sich die Parteien nicht auf die Miethöhe einigen konnten. Der Vermieter MABV erwartet jetzt von neuen Mietern wie Saturn, Kaufland oder C&A deutlich höhere Einnahmen.

          Mit der Schließung der Hertie-Häuser verschwindet der Markenname Hertie aller Voraussicht nach zum zweiten Mal. 1993, als das Unternehmen von Karstadt übernommen wurde, endete die Hertie-Ära ein erstes Mal. 2007 dann erwarb der Investor Dawnay Day 73 kleinere Karstadt-Filialen und zugleich den Namen Hertie. Außer dem Namen hatte die neue Hertie-Kette jedoch kaum etwas mit dem Traditionsunternehmen gemein.

          Im Juli 2008 meldete Hertie Insolvenz an; ein knappes Jahr später beschloss die Gläubigerversammlung die Schließung aller Filialen in den nächsten Monaten. Der Besitz wurde vor der Insolvenz dem niederländischen Partner MABV übertragen.

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