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Zuschlag für Airline : Das riskante Spiel des Niki Lauda

Geschenkt hat er eigentlich noch nie etwas: Niki Lauda Bild: AFP

Niki Lauda ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Luftfahrtbranche. Geschenkt hat er noch nie etwas – weder sich noch anderen. Jetzt will er die Fluggesellschaft retten, die seinen Namen trägt.

          Wie so oft in seinem Leben steht der ehemalige Formel-1-Weltmeister und eigenwillige Flugunternehmer wieder im Rampenlicht – bereit, die Scherben zusammenzukehren, die ausgebreitet vor ihm liegen. Mit Lauda verbindet man die Formel 1 und seinen Rennunfall im lichterloh brennenden Auto. Doch diesmal geht es um das Überleben einer Fluglinie, die untrennbar mit seinem Namen verbunden ist, auch wenn sie ihm schon seit 2011 nicht mehr gehört.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Als die Niki Luftfahrt GmbH Insolvenz anmeldete, mussten Hunderte von Flügen gestrichen werden und Zehntausende Fluggäste hingen irgendwo in der Welt in ihren Urlaubsorten fest. Tausende Beschäftigte bangten um ihre Jobs. Da war es Ehrensache, dass der Gründer und Namensgeber zu Hilfe eilte und nach eigenen Angaben zusammen mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook zum Bieter um die Fluglinie wurde. Nun hat er den Zuschlag erhalten.

          Lufthansa hat verzichtet

          Doch nichts an dieser Rettung war einfach. Schließlich ging es nicht nur um den kleinen österreichischen Ferienflieger Niki mit seinen 21 Flugzeugen. Nach der spektakulären Pleite von Nikis Muttergesellschaft Air Berlin hatte sich die Lufthansa im Sommer die Reste ihres einst härtesten Widersachers gesichert, darunter das Kronjuwel Niki.

          Dann meldete die Europäische Kommission in Brüssel erwartungsgemäß Bedenken an, die Verhandlungen verliefen zäh. Elf Tage vor Weihnachten verkündete die Lufthansa plötzlich, sie verzichte auf eine Übernahme von Niki. Als Solitär aber hatte die Fluggesellschaft keine Chance. Auch der Staat schaute in die Röhre: Die Bundesregierung hatte Air Berlin im Sommer einen umstrittenen Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro gewährt. Mit der Pleite der einst so vielversprechenden Niki ist ein Großteil dieses Geldes verloren.

          Kompliziert und unter enormem Zeitdruck – so ist es in Niki Laudas Leben schon häufiger zugegangen. Man könnte sogar behaupten, dass er sich die Herausforderungen stets nach diesem Schema ausgesucht hat, auch wenn das eine oder andere vollkommen außer Kontrolle geriet. Deshalb hielten Menschen, die ihn kennen, sein Interesse an einem Rückkauf der Gesellschaft von Beginn an für absolut glaubwürdig – jedenfalls wenn sich geschäftlich noch etwas reißen lässt. Geschenkt hat er eigentlich noch nie etwas, weder sich noch anderen.

          Seinem Großvater hat er nie verziehen

          Niki Lauda, geboren 1949 als Andreas Nikolaus in Wien, nennt seine Kindheit „fürchterlich“, sehr streng ist er erzogen worden. Aber schon von Geburt an war er umgeben von dem Unternehmergeist, der ihm später ein Vermögen einbringen sollte. Sein Großvater, geboren als Hans Ritter von Lauda, war ein erfolgreicher Fabrikant. 1919 musste er auf seinen Adelstitel verzichten, den Reichtum hat das nicht geschmälert. Er hatte ein Auto mit Chauffeur, einen Diener mit weißen Handschuhen und ein Haus in Sankt Moritz.

          Niki Lauda hätte umstandslos daran anknüpfen können, wie es auch sein Vater tat. Doch das kam ihm nicht in den Sinn. Mit der Schule hatte er es nicht so; er fälschte sein Abiturzeugnis, damit die Eltern Ruhe gaben. Dann machte er sich auf, in das Renngeschäft einzusteigen. Das war auch damals nicht einfach und geradezu lebensgefährlich. Schon in der Formel 3 war er in mehrere Unfälle verwickelt. Davon ließ er sich nicht beeindrucken. Er strebte nach Höherem: der Formel 1.

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