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Zuschlag für Airline : Das riskante Spiel des Niki Lauda

Für den Einstieg beim Rennstall March brauchte er damals 2,5 Millionen österreichische Schilling. Mühsam konnte er eine Sparkasse davon überzeugen, dass sie ihn sponsert, er war damals gerade einmal 23 Jahre alt. Es war niemand anderer als sein eigener Großvater, der einflussreiche Großindustrielle, der das Engagement verhinderte. Er saß im Aufsichtsrat der Sparkasse und blockierte die Zahlung. Erst das, so erzählt es Lauda später, habe ihn so richtig angespornt. Seinem Großvater allerdings hat er nie verziehen: Den Kontakt hat er nach dieser Episode abgebrochen.

Zwei Jahre später bekam Niki Lauda seinen ersten Vertrag von einem großen Rennstall: Ferrari. Sein Einstiegsgehalt war damals nicht zu vergleichen mit den Unsummen, die heute in der Formel 1 verdient werden, aber dennoch üppig: 200.000 Euro verdiente er im Jahr.

Das Jahr 1975, so könnte man es im Rückblick formulieren, war das letzte sorgenfreie in seiner Karriere. Alles lief bestens, am Ende wurde er sogar Weltmeister. Das Jahr 1976 begann ähnlich positiv, bis zu jenem Tag am 1. August, als sein Fahrzeug auf dem Nürburgring mit 220 Stundenkilometern gegen eine Wand prallte, zurück auf die Fahrbahn geschleudert wurde, wo es mit nachfolgenden Rennwagen kollidierte und dabei in Flammen aufging. Mehrere Kontrahenten eilten zu Hilfe und zogen ihn aus dem Fahrzeug heraus.

Er erlitt schwere Verbrennungen am Kopf; giftige Dämpfe verätzten seine Lunge. Noch heute, im Alter von 68 Jahren, ist er von diesem tragischen Unfall gezeichnet. Gebrochen allerdings ist er nicht. In seiner unnachahmlich direkten, wenig diplomatischen Art nennt er die Tragödie heute nur „dieses Barbecue“. Wenn er darüber berichtet, lachen die Leute laut, so ironisch erzählt er von den schrecklichen Wochen danach.

„Mein Egoismus war brutal“

Zum Schutz seines entstellten Hauptes trägt er eine rote Baseballmütze, sie ist zu seinem Markenzeichen geworden. Und Lauda wäre nicht der clevere Geschäftsmann, der er nun einmal ist, wenn er nicht selbst daraus einen Gewinn ziehen würde: Die Mütze dient schon seit Jahren als lukrative Werbefläche, rund 1,2 Millionen Euro zahlen ihm Unternehmen dafür, dass sie ihren Namen auf die Mütze pressen können und damit en passant da auftauchen, wo auch Niki Lauda auftaucht, also praktisch überall. Niki Lauda mag nicht besonders liebenswürdig sein, aber in Österreich ist er äußerst beliebt.

Von einem Rückzug, gar Gesinnungswandel nach diesem lebensgefährlichen Unfall konnte keine Rede sein. Weder die starken Schmerzen noch die Entstellungen und auch nicht seine frisch angetraute Frau konnten ihn daran hindern, nur sieben Wochen später wieder in einen Wagen zu steigen und am nächsten Rennen teilzunehmen. „Mein Egoismus war brutal“, sagte er einmal in einem Interview über diese Zeit. „Aber das war halt mein Job, es war mein Leben.“ Ein Jahr später wurde er wieder Weltmeister und dann noch einmal im Jahr 1984, bevor er sich endgültig als Rennfahrer zurückzog.

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