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Die andere Berufswelt : Mein verrücktes Jahr im Start-up

Nicht ohne meinen Hoodie: Unser Autor bei der Arbeit Bild: Michael Braunschädel

Start-ups verheißen flache Hierarchien und flexibles Arbeiten. Unser Autor hat vierzehn Monate lang in einem solchen Unternehmen gearbeitet. Und hat dort einiges lernen müssen.

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          Den Hoodie trage ich immer noch. Nicht zur Arbeit wie noch vor wenigen Monaten, als er wie das offizielle Erkennungszeichen unserer Firma funktionierte – eine gemeinsame Uniform, blau, mit Reißverschluss und dem orangefarbenen Firmenlogo auf der linken Brust. Aber ich ziehe ihn gern nach dem Sport an oder sonntagmorgens, wenn ich die Zeitung aus dem Briefkasten hole. Der Kapuzenpullover ist nur die klischeehafteste Erinnerung an die Zeit, in der ich in einem Start-up arbeitete. Also in einem jungen Unternehmen mit innovativem Geschäftsmodell. Diese Firmen wollen disruptiv sein und bestehende Märkte umkrempeln – so wie Spotify das Musikgeschäft. In meinem Fall hat das Start-up auch mein Leben umgekrempelt.

          Felix Hooß

          Koordinator für Premium-Inhalte bei FAZ.NET.

          Wer bei einem Start-up anfängt, will auch die Perspektive wechseln: flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten und die Chance, an einem innovativen Produkt mitzuwirken, statt 9-bis-17-Uhr-Schichten, Kantinenessen und eigenem Rollcontainer. Ich war zufällig auf die Stellenausschreibung gestoßen: Redakteur im deutschsprachigen Team eines niederländischen Start-ups, das sich kein geringeres Ziel gesetzt hatte, als den Journalismus zu retten. Junge Menschen lesen kaum noch Zeitungen, weil sie diese als zu starr und unpraktisch empfinden. Ihnen wollte das Unternehmen ein Angebot machen: Wie wäre es, wenn sie nicht mehr die ganze Zeitung kaufen müssten, sondern nur die Artikel, die sie interessieren – und zwar aller möglichen Zeitungen und Zeitschriften, in einer einzigen App? Offensichtlich gab es dafür einen Markt.

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