https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/insiderbericht-mein-verruecktes-jahr-im-start-up-15521070.html

Die andere Berufswelt : Mein verrücktes Jahr im Start-up

Nicht ohne meinen Hoodie: Unser Autor bei der Arbeit Bild: Michael Braunschädel

Start-ups verheißen flache Hierarchien und flexibles Arbeiten. Unser Autor hat vierzehn Monate lang in einem solchen Unternehmen gearbeitet. Und hat dort einiges lernen müssen.

          5 Min.

          Den Hoodie trage ich immer noch. Nicht zur Arbeit wie noch vor wenigen Monaten, als er wie das offizielle Erkennungszeichen unserer Firma funktionierte – eine gemeinsame Uniform, blau, mit Reißverschluss und dem orangefarbenen Firmenlogo auf der linken Brust. Aber ich ziehe ihn gern nach dem Sport an oder sonntagmorgens, wenn ich die Zeitung aus dem Briefkasten hole. Der Kapuzenpullover ist nur die klischeehafteste Erinnerung an die Zeit, in der ich in einem Start-up arbeitete. Also in einem jungen Unternehmen mit innovativem Geschäftsmodell. Diese Firmen wollen disruptiv sein und bestehende Märkte umkrempeln – so wie Spotify das Musikgeschäft. In meinem Fall hat das Start-up auch mein Leben umgekrempelt.

          Felix Hooß
          Verantwortlicher Redakteur für die Paywall bei FAZ.NET.

          Wer bei einem Start-up anfängt, will auch die Perspektive wechseln: flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten und die Chance, an einem innovativen Produkt mitzuwirken, statt 9-bis-17-Uhr-Schichten, Kantinenessen und eigenem Rollcontainer. Ich war zufällig auf die Stellenausschreibung gestoßen: Redakteur im deutschsprachigen Team eines niederländischen Start-ups, das sich kein geringeres Ziel gesetzt hatte, als den Journalismus zu retten. Junge Menschen lesen kaum noch Zeitungen, weil sie diese als zu starr und unpraktisch empfinden. Ihnen wollte das Unternehmen ein Angebot machen: Wie wäre es, wenn sie nicht mehr die ganze Zeitung kaufen müssten, sondern nur die Artikel, die sie interessieren – und zwar aller möglichen Zeitungen und Zeitschriften, in einer einzigen App? Offensichtlich gab es dafür einen Markt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Langfristig kein gutes Geschäft: Gas aus einer russischen Gazprom-Pipeline

          Abhängigkeit von Putin : Der Mythos vom billigen russischen Gas

          Deutschland hat trotz der Pipeline-Importe in der Vergangenheit mehr für Erdgas bezahlt als viele andere Länder, zeigt eine neue Berechnung. Eine Rechtfertigung für die Abhängigkeit von Putin scheint damit zerstört.
          Frankfurt im Sommer. Städte ohne Pflanzen muten den Menschen starke Hitze zu.

          Hitzewelle : Städte des Grauens

          Städte ohne ausreichend Bepflanzung werden im Sommer unerträglich heiß. Angesichts der häufiger auftretenden Hitzewellen müssen sie dringend neu geplant werden. Was es braucht: mehr Grün und mehr Wasser.