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Carsten Germis (cag.)

Industriestandort in Gefahr : Der Conti-Schock

Die deutsche Autoindustrie leidet nicht nur unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie. Bild: dpa

Continental stellt 13.000 Arbeitsplätze in Deutschland zur Disposition. Doch das ist erst der Anfang. Industrielle Arbeitsplätze lassen sich nicht halten, wenn sich nur noch eine Minderheit für sie interessiert.

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          Der Betriebsrat des Automobilzulieferers Continental ist geschockt. Allein in Deutschland stellt das Unternehmen wegen der Krise der Autobranche jetzt 13.000 von 59.000 Arbeitsplätzen zur Disposition.

          Produktion, Forschung und Entwicklung – vieles soll an Standorte verlagert werden, wo wettbewerbsfähiger gearbeitet werden kann. Sicher, manches Problem ist hausgemacht. Wachstum und Erfolge der vergangenen Jahre haben zu Überkapazitäten geführt, die jetzt die Bilanzen verhageln.

          Doch Conti zeigt auch wie durch ein Brennglas, dass Deutschland als Industriestandort unter Druck gerät. Die trotz Pandemie politisch mit brachialem Druck vorangetriebene Wende zur Elektromobilität, die in guten Zeiten spürbar verschärften staatlichen Vorgaben und ein erschreckend hohes Maß an Regulierung fordern ihren Preis.

          Die schockierenden Zahlen von Conti sind erst der Anfang. Vielen kleineren Zulieferern steht das Wasser bis zum Hals, auch andere Branchen ächzen. Industrielle Arbeitsplätze lassen sich auf Dauer aber nicht erhalten, wenn die Bedeutung der Industrie für Beschäftigung, Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland nur noch für eine Minderheit in der Politik ein zentrales Thema ist.

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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