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In Indien : Apple-Zulieferer Foxconn baut neue Fabriken für fünf Milliarden

  • Aktualisiert am

In einer Foxconn-Fabrik in Shenzen: Die Arbeiter schlafen in ihrer Mittagspause. Bild: Reuters

Die Werke von Foxconn sind so groß wie anderswo ganze Großstädte. Jetzt gibt Foxconn noch mal fünf Milliarden Dollar für neue Fabriken aus – dieses Mal in Indien.

          Die Werke von Foxconn sind mehr als Fabriken, nach deutschen Maßstäben sind sie Großstädte. In Shenzhen nördlich von Hongkong hat der wichtigste Elektronikfertiger der Welt in Spitzenzeiten 450.000 Menschen beschäftigt. Im „Longhua Campus“, auch „Foxconn City“ genannt, liegen nicht nur die Produktionshallen, sondern auch Dutzende Wohnblocks für die Mitarbeiter sowie Geschäfte, Banken, Internetcafés, Gaststätten, Sportplätze, sogar eine Schule, ein Krankenhaus und eine Fernsehstation namens „Foxconn TV“. Eben alles, was eine Stadt von der Größe Duisburgs so braucht.

          An 35 Standorten in ganz China gibt der taiwanische Konzern 1,3 Millionen Menschen Arbeit – so vielen Personen, wie in München wohnen, Deutschlands drittgrößter Stadt. Foxconn ist mit Abstand der wichtigste private Arbeitgeber und der führende Exporteur der Volksrepublik. Zum Vergleich: Deutschlands Platzhirsch, die Volkswagen-Gruppe, beschäftigt in aller Welt knapp 600.000 Mitarbeiter.

          Doch Foxconn steht immer wieder wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik. Vor allem eine Serie von Selbstmorden unter den Beschäftigten hat den Konzern in Verruf gebracht. Erst am Mittwoch wurde ein Mitarbeiter tot aufgefunden.

          Foxconn, das unter dem Namen Hon Hai in Taipeh börsennotiert ist, beliefert alle namhaften Elektronikkonzerne. Im Akkord setzen seine Mitarbeiter iPhones und iPads für Apple zusammen, Laptops für Dell und HP, Kindles für Amazon, Wiis für Nintendo, X-Box-Konsolen für Microsoft, Playstations für Sony oder Mainboards für Intel. Vor drei Jahren hat ein Analyst ausgerechnet: 40 Prozent aller Elektronikgüter auf der Welt stammen von Foxconn.

          Jetzt will dieses Riesen-Unternehmen will in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden Dollar in Indien investieren. Das Geld solle in neue Fabriken im Bundesstaat Maharashtra gesteckt werden, teilte Foxconn am Samstag mit. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden. Bekannt ist bislang nur, dass dort elektronische Produkte gefertigt werden sollen.

          Nach indischen Schätzungen sollen mit der Vereinbarung 50.000 Arbeitsplätze in der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens geschaffen werden. Indiens Premierminister Narendra Modi fährt seit elf Monaten eine Kampagne unter dem Titel „Make in India“ („Mach's in Indien“), die aber bisher von vielen Investoren skeptisch betrachtet wurde. Seine Reformen kommen im Parlament schwer durch. Gleichwohl hat er die ausländischen Direktinvestitionen innerhalb eines Jahres um 10 Milliarden Dollar auf 33 Milliarden Dollar gesteigert.

          Foxconn-Verwaltungsratschef Terry Gou hatte noch am Dienstag gesagt, in der Zusammenarbeit von Foxconn mit Indien werde es nicht eine große Ankündigung geben, sondern mehrere über die Zeit, falls Modis Regierung die Infrastruktur verbessere. „Wir sind mit Indien verheiratet.“

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