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Mangelnde Expertise : In jedem zweiten deutschen Aufsichtsrat fehlt Digital-Erfahrung

Thomas Hess und Adrian Fischer haben die Digital-Expertise in deutschen Aufsichtsräten untersucht. Bild: privat

Dass Digitalisierung für Unternehmen immer wichtiger wird, klingt trivial. In vielen Aufsichtsräten wird diese Entwicklung aber verschlafen, zeigt eine Studie.

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          In fast der Hälfte der großen deutschen Unternehmen mangelt es an Digitalexpertise im Aufsichtsrat. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Heads International mit der Ludwig-Maximilians-Universität in München hervor, deren Ergebnisse der F.A.S. vorliegen. Danach haben 51 Prozent der untersuchten Unternehmen mindestens ein Aufsichtsratsmitglied mit nachgewiesener Expertise in digitalen Themen. In einer vorherigen Studie im Jahr 2018 waren es nur 19 Prozent gewesen. Besonders dünn gesät ist Digitalkenntnis in den Kontrollgremien von Familienunternehmen.

          Alexander Wulfers
          Redakteur in der Wirtschaftsredaktion.

          „Digital natives“ sucht man unter den Aufsichtsräten oft vergeblich: Das Durchschnittsalter der Digitalexperten liegt bei 57 Jahren. Für problematisch halten die Autoren vor allem, dass kaum einer der Experten aus dem außereuropäischen Ausland kommt. Wegen des technologischen Vorsprungs, den amerikanische und asiatische Unternehmen oft hätten, sei hier noch viel Potential, um Know-how von außen auszuschöpfen. „Die Veränderungsgeschwindigkeit“ müsse in diesem Wettbewerb „deutlich schneller werden“, glaubt Adrian Fischer, Managing Partner von Heads International. Professor Thomas Hess, Ko-Autor der Studie, blickt auf die Ergebnisse mit gemischten Gefühlen. Besonders deutlich sei der Mangel im Mittelstand: „Das Glas ist halb voll – aber eben auch halb leer. “

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