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Corona-Krise : Amerikanische Warenhauskette JC Penney meldet Insolvenz an

  • Aktualisiert am

JC Penney-Filiale in Westminster, Colorado Bild: Reuters

Was hier Karstadt ist, ist in Amerika JC Penney: Die Warenhäuser waren einst die Stammläden der Mittelschicht und Mittelpunkt von Städten. Doch das Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr – und in der Corona-Krise bleibt nur ein radikaler Schritt.

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          Die Corona-Krise hat die traditionsreiche amerikanische Warenhauskette JC Penney nach jahrelangem Niedergang schließlich in die Knie gezwungen. Das 118 Jahre alte Unternehmen meldete Insolvenz an. Nun will es sich mit der Aufgabe von Läden neu aufstellen und nach einem Käufer suchen.

          Nach den Insolvenzanträgen der Ladenketten Neiman Marcus und J. Crew ist JC Penney das bislang größte Corona-Opfer im amerikanischen Einzelhandel. Für das Unternehmen arbeiten rund 85.000 Menschen. Wie viele davon ihren Arbeitsplatz verlieren werden, bliebt zunächst offen. Die Gläubiger geben JC Penney eine Finanzierungszusage in Höhe von 900 Millionen Dollar, um das Überleben in der Krise mit vorübergehenden Ladenschließungen zu sichern.

          Das Unternehmen hat noch rund 500 Millionen Dollar an Barbeständen. Man gehe davon aus, dass Finanzierungszusagen und laufende Umsätze ausreichten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und Umstrukturierungen zu ermöglichen, teilte JC Penney in der Nacht zum Samstag mit. Ein Deal mit den Geldgebern soll die Schuldenlast um mehrere Milliarden Dollar reduzieren. JC Penney ließ seit April zwei Termine zur Schuldentilgung ausfallen und nahm damit schon Kurs auf ein Insolvenzverfahren.

          Erst Tradition, dann Discounter

          JC Penney hat noch mehr als 800 Läden, von denen viele das Herzstück amerikanischer Einkaufszentren sind. In seiner langen Geschichte profilierte sich die Warenhauskette einst als Stammgeschäft der amerikanischen Mittelschicht. Mit dem Boom des Onlinehandels und der Dominanz von Amazon wurden die Läden von JC Penney dann stärker zur Anlaufstelle von Schnäppchenjägern mit Discount-Coupons. Doch auch bei dieser Käuferschicht machen dem Dinosaurier Rivalen wie TJ Maxx – der amerikanische Variante von TK Maxx – zu schaffen. Seit rund einem Jahrzehnt steckt JC Penney in den roten Zahlen fest.

          2011 wollte die Warenhauskette seine Abwärtsspirale mit einem Neuanfang durchbrechen. Der als Visionär geholte Apple-Manager Ron Johnson, der einst unter Regie von Steve Jobs das Netz der Apple Stores aufgebaut hatte, setzte auf durchgängig niedrigere Preise statt Rabattcoupons und musterte Eigenmarken aus. Das kam bei den Stammkunden von JC Penney schlecht an – der Umsatz brach binnen eines Jahres um ein Viertel auf rund 13 Milliarden Dollar ein. Johnson musste nach eineinhalb Jahren gehen.

          Sein zwischenzeitlicher Nachfolger, der von der Baumarkt-Kette Home Depot kam, brachte die in den 1980er Jahren aufgegebene Kategorie der Hausgeräte zurück in die Läden. Das Geschäft schrumpfte weiter: Im vergangenen Geschäftsjahr kam JC Penney noch auf einen Umsatz von 10,7 Milliarden Dollar und verbuchte rote Zahlen von 268 Millionen Dollar. Unterdessen hatte JC Penney der amerikanischen Börsenaufsicht SEC erst am Sonntag mitgeteilt, dass die aktuelle Firmenchefin Jill Soltau einen Bonus von 4,5 Millionen Dollar erhalte. Mehrere andere Führungskräfte sollten demnach Boni in Höhe von einer Million Dollar bekommen.

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