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Elektrische Tretroller : Die Invasion der Scooter

Einführung nicht ohne Kontroversen: Beschwerden wegen rücksichtslosen E-Scooter Fahrern und unrechtmäßigen Parken trudelten schnell nach der Einführung ein. Bild: Bloomberg

Elektrische Tretroller sollen bald nach Deutschland kommen. In amerikanischen Städten wie Austin sind sie heute schon allgegenwärtig. Aber die Regeln sind verwirrend.

          3 Min.

          Steve Adler, der Bürgermeister von Austin, erinnert sich, wie er sich vor fast genau einem Jahr mit einigen Dutzend seiner Kollegen aus anderen Städten getroffen hat. Unter anderem sei damals über „Scooter“ gesprochen worden, elektrische Tretroller, die in einigen amerikanischen Städten gerade populär wurden. „Ich habe gesagt: Die sind bestimmt nur eine kurzlebige Modeerscheinung,“ gibt Adler auf einer Podiumsdiskussion auf dem Digitalfestival „South by Southwest“ zu. Ein Jahr nach dieser Prognose sind die Scooter in der texanischen Stadt allgegenwärtig, wie keinem Besucher der Veranstaltung entgehen kann. Wohin man in der Innenstadt auch blickt: Die Scooter sind ein Teil des Straßenbildes und scheinen überall unterwegs zu sein. Und wer eines der Fahrgeräte nutzen will, findet sie fast an jeder Ecke, wo sie mal mehr und mal weniger geordnet herumstehen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Scooter werden wohl bald auch nach Deutschland kommen, nach dem Willen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sollen sie womöglich schon im Frühjahr auf hiesigen öffentlichen Straßen zugelassen werden. Austin hat jetzt rund ein Jahr Erfahrung mit den Rollern, und im Moment deutet wenig darauf hin, dass sie nur eine vorübergehendes Phänomen sind wie von Bürgermeister Adler vorausgesagt. Ihre Nutzung ist regelrecht explodiert. Im April vergangenen Jahres waren hier nach Statistiken der Stadtverwaltung rund 700 Roller für etwas mehr als 50.000 Fahrten im Einsatz. Im Februar waren fast 6700 Roller unterwegs, und es gab 310.000 Fahrten. Die durchschnittliche Fahrt dauert etwas mehr als zehn Minuten und ist rund eineinhalb Kilometer lang. Es gibt eine verwirrende Vielfalt von insgesamt zehn Scooter-Betreibern. Darunter sind die reinen Scooter-Spezialisten Bird und Lime und der zum Fahrdienst Uber gehörende Anbieter Jump. Der Uber-Rivale Lyft betreibt eine Flotte unter seinem eigenem Namen.

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