https://www.faz.net/-gqe-828er

In Amerika : Firmenchef verzichtet auf Millionen für die Belegschaft

  • Aktualisiert am

Bei Gravity Payments in Seattle wird bald ein Mindestlohn von 70.000 Dollar gezahlt. Bild: AP

Keiner soll weniger verdienen als 70.000 Dollar im Jahr, sagt ein amerikanischer Unternehmenschef – und senkt sein eigenes Gehalt, um das zu erreichen.

          Ein junger amerikanischer Firmenchef hat angekündigt, sein eigenes Gehalt drastisch zu reduzieren, um seinen Angestellten eine Lohnerhöhung zu ermöglichen. Der 30-jährige Chef des Bezahldienstes Gravity Payments, Dan Price, kündigte seinen 120 Angestellten am Montag unter donnerndem Applaus an, einen jährlichen Mindestlohn von 70.000 Dollar (66.200 Euro) einzuführen, wie am Mittwoch in einem Internetvideo zu sehen war. Der langhaarige Jungunternehmer erklärte, dass die Löhne über die  kommenden drei Jahre schrittweise angehoben würden. Um dies zu finanzieren, wolle er selbst sein Gehalt drastisch reduzieren.

          Die Idee sei ihm gekommen, nachdem er einen Artikel über Glück gelesen habe, zitiert die „New York Times“ den Unternehmenschef. Laut Glücksstudien bessert sich bei einem jährlichen Einkommen, welches höher als 60.000 bis 70.000 Dollar ist, die tägliche Laune nicht mehr weiter, wenn man mehr verdient. Misst man das Glück dagegen als Lebenszufriedenheit, steigt es weiter.

          Price kündigte an, sein eigenes Gehalt von einer Million auf 70.000 Dollar zu senken. Sein Gehalt sei „wirklich sehr hoch gewesen“, weshalb er es auf den künftigen Mindestlohn senken wolle, bis der Firmengewinn das Niveau wie vor der aktuellen Gehaltsanpassung erreicht habe, sagte Price.

          Der Firmenchef stammt aus einer ländlichen Gegend im amerikanischen Bundesstaat Idaho und ist dafür bekannt, einen alten Audi zu fahren und in einer Dreizimmerwohnung zu wohnen. Die Ankündigung sorgte in den amerikanischen Medien, in denen verstärkt über die Ungleichheit der Gehälter diskutiert wird, für Schlagzeilen.

          Weitere Themen

          Schlechte Aussichten

          Deutsche und Commerzbank : Schlechte Aussichten

          Die Hauptversammlungen von Deutscher und Commerzbank haben einmal mehr gezeigt: Wer glaubt, die Unabhängigkeit der Geldhäuser sei ungefährdet, könnte eines Morgens aufwachen und sich verwundert die Augen reiben.

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Nach langem Anlauf fusioniert Video-Seite öffnen

          T-Mobile US und Sprint : Nach langem Anlauf fusioniert

          Ein Zusammenschluss der Nummer drei und Nummer vier des amerikanischen Mobilfunkmarktes war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert. Jetzt steht nur noch das Justizministerium als einzige Hürde im Weg.

          Topmeldungen

          Die Konzernzentralen von Deutscher und Commerzbank in Frankfurt am Main

          Deutsche und Commerzbank : Schlechte Aussichten

          Die Hauptversammlungen von Deutscher und Commerzbank haben einmal mehr gezeigt: Wer glaubt, die Unabhängigkeit der Geldhäuser sei ungefährdet, könnte eines Morgens aufwachen und sich verwundert die Augen reiben.

          Nach Mays Ankündigung : Brexit-Opfer

          Das Brexit-Thema wurde May wie zuvor schon Cameron zum politischen Verhängnis – und es ist eine Last, die auch die kommende Regierung nicht einfach abschütteln kann. Die EU allerdings auch nicht.
          Erst der Anfang: Dem „Spiegel“ stehen grundlegende Neuerungen bevor.

          Bericht zu „Spiegel“-Skandal : „Ein verheerendes Bild“

          Fünf Monate nach dem Bekanntwerden seines Fälschungsskandals hat der „Spiegel“ den Abschlussbericht seiner internen Untersuchung vorgelegt. Er offenbart eine Verkettung missachteter Warnungen.
          Kam 1996 auf den Markt: das Schmerzmittel Oxycontin

          Amerikanische Opioid-Tragödie : McKinsey berät Purdue nicht länger

          Die amerikanische Opioidkrise hat schon Tausende Amerikaner das Leben gekostet. Im Zentrum der Tragödie steht das Pharmaunternehmen Purdue. McKinsey hat nun die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen eingestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.