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Expansion in Südostasien : BioNTech baut ein Werk in Singapur

Mitarbeiter in der BioNTech-Produktionsstätte in Marburg Bild: dpa

Der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech baut sein Produktionsnetz in Südostasien weiter aus. Auch mit dem chinesischen Partner Fosun geht es voran.

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          Der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech expandiert: In Singapur plant das Biotechunternehmen noch in diesem Jahr einen regionalen Unternehmenssitz für den Raum Südostasien zu eröffnen und will dort künftig auch produzieren. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, soll in Singapur eine vollständig integrierte Produktionsstätte für mRNA entstehen, die künftig Kapazitäten für die wachsende Pipeline an Impfstoffkandidaten bieten soll. Auf der mRNA-Technologie basiert auch das Corona-Vakazin, das BioNTech zusammen mit dem amerikanischen Konzern Pfizer entwickelt hat. 

          Ilka Kopplin
          Wirtschaftskorrespondentin in München.

          Zuvor hatten die Mainzer im vergangenen Jahr schon einen amerikanischen Hauptsitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts eröffnet. Zudem soll das Werk in Singapur neue Produktionsmöglichkeiten schaffen, um potentielle pandemische Gefahren im Bedarfsfall schnell adressieren zu können, teilte das Unternehmen weiter mit. Die neue durchgängige mRNA-Produktionsstätte, die im Jahr 2023 in Betrieb gehen soll, werde mit hochmodernen Herstellungsverfahren und einer digitalen Infrastruktur ausgestattet sein.

          Dort soll es möglich sein, eine Reihe von neuen mRNA-Impfstoffen und -Therapeutika gegen Infektionskrankheiten und Krebs herzustellen. Das Werk wird planmäßig mehrere hundert Millionen Dosen im Jahr produzieren können, abhängig vom jeweiligen Impfstoff oder Produktkandidaten. Eine Investitionssumme nannte BioNTech nicht. 

          „Verschiedene Knotenpunkte in unserem Produktionsnetzwerk zu haben, ist ein wichtiger strategischer Schritt für den Ausbau unserer globalen Präsenz und Herstellungskapazitäten. Die geplante mRNA-Produktionsstätte wird unsere Netzwerkkapazität erweitern. Sie wird uns auch dabei helfen, unsere mRNA-Impfstoffe und -Therapeutika für Menschen auf der ganzen Welt herzustellen und auszuliefern“, sagte BioNTech-Vorstandschef Ugur Sahin. 

          Erst vor Kurzem hatte BioNTech eine ehemalige Novartis-Produktionsstätte in Marburg nach Umbauarbeiten und Zertifizierungsverfahren final in Betrieb genommen und produziert dort das Corona-Vakzin. Allein im laufenden Jahr will BioNTech zusammen mit seinem Partner Pfizer insgesamt 2,5 Milliarden Dosen des Corona-Impfstoffs herstellen, im nächsten Jahr sind 3 Milliarden Dosen geplant.

          Unterdessen geht es für BioNTech auch mit dem chinesischen Entwicklungspartner Fosun voran, mit dem sich die Mainzer im März vergangenen Jahres zusammengeschlossen hatten. Am vergangenen Wochenende hatte Fosun bekanntgegeben, ein Gemeinschaftsunternehmen mit BioNTech zur Produktion des Vakzins zu gründen. Das chinesische Pharmaunternehmen will dafür eine Anlage bereitstellen, in der jährlich bis zu eine Milliarde Impfdosen hergestellt werden können, hieß es in der Mitteilung. Die Zulassung des Vakzins in China erwarten die beiden Partner bis spätestens Juli. Dort waren gesonderte klinische Studien gelaufen. 

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