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Immobilienbranche : Baupreise steigen weiter

  • Aktualisiert am

Die Preise in der Baubranche steigen weiter. Bild: dpa

Das Wachstum in der Baubranche lässt nach. Davon dürften Verbraucher aber vorerst nicht profitieren. Im Gegenteil.

          Nach Jahren guter Geschäfte dürfte die Konjunktur am Bau an Schwung verlieren. Da sich der Wohnungsbau abschwäche und die Branche an ihre Kapazitätsgrenzen stoße, werde der Hochbau nicht mehr so stark wachsen wie zuletzt, heißt es in einer aktuellen Studie der Beratungsfirma EY Parthenon. Für Mieter und Bauherren hat das Unternehmen aber schlechte Nachrichten: Die Baupreise dürften weiter schneller steigen als die Inflation. Das treibt üblicherweise die Immobilienpreise und Mieten bei Neubauten in die Höhe.

          Im vergangenen Jahr hatte vor allem der starke Wohnungsbau und das milde Wetter dem Hochbau ein preisbereinigtes Wachstum von 2,9 Prozent beschert, so die Studie. Gerade gewerbliche Bauherren steckten viel Geld in Geschosswohnungen, aber auch Kommunen und Firmen investierten mehr in Gebäude wie Büros, Schulen und Fabriken.

          Künftig erwarten die Berater weniger Wachstum am Hochbau. In diesem Jahr dürfte das Volumen der erbrachten Leistungen wie Neu- und Umbauten sowie Renovierungen noch um 2,3 Prozent steigen. Niedrige Zinsen und die große Nachfrage nach Immobilien stützten die Branche. Im kommenden Jahr sei dann mit einem Wachstum von 1,6 Prozent zu rechnen und 2021 mit einer Rate von nur 0,9 Prozent. Nicht inbegriffen in der Prognose ist der Bau von Straßen, Leitungen und Bahnstrecken (Tiefbau).

          Unternehmen finden nur schwierig Fachkräfte

          „Der Hochbau kann den aktuellen Auftragsüberhang auch aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht schneller abarbeiten“, sagte Axel Schäfer, Partner bei EY Parthenon. Die Unternehmen seien höher ausgelastet als im Boom nach der Wiedervereinigung. Auch bleibe Bauland gerade in Ballungszentren knapp.

          Zugleich finden die Unternehmen nur schwierig Fachkräfte. Um Stellen in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu besetzen, vergehe im Durchschnitt ein halbes Jahr. Das alles treibe die Preise. Im vergangenen Jahr seien die Baupreise für Neubauten um bis zu 4,5 Prozent gestiegen, Renovierungen verteuerten sich im Schnitt um vier Prozent. „Angesichts des wachsenden Auftragsbestands ist auch in den kommenden Jahren mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen“, sagte Björn Reineke, Partner bei EY Parthenon. Dazu trage auch das Baukindergeld der Bundesregierung bei, das die Nachfrage weiter stimuliere.

          Die Bauwirtschaft hat immens vom Immobilienboom profitiert. Im Jahr 2018 stieg ihr Umsatz um etwa 11 Prozent auf den Rekord von 127 Milliarden Euro. In diesem Jahr erwartet der Branchenverband HDB ein Plus von 6 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung, jährlich 375.000 neue Wohnungen zu errichten, wurde bisher aber noch immer verfehlt.

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