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Im Porträt: Eike Batista : Der Tausendsassa

  • -Aktualisiert am

Der Großindustrielle Eike Batista steht in seinem Büro in Brasilien - mit Blick auf den Zuckerhut in Rio Bild: Thomas Milz

Mit Gold und Diamanten begann seine Karriere. Der Brasilianer Eike Batista ist einer der reichsten Männer der Welt. Für sein Öl- und Gasimperium baut er nun einen Megahafen - und eine Stadt dazu. Im Ausland waren seine Investitionen allerdings ein Desaster.

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          Tritt so ein Konzernchef auf, der über ein 45 Milliarden Dollar schweres Imperium gebietet? Eher nicht. Eike Batista, ein jovial wirkender Springinsfeld, schwarzes T-Shirt zur sportlichen Nadelstreifenjacke, nimmt am Konferenztisch Platz und fängt an, von seiner Urliebe für Technik zu erzählen. Und von dem Zauber, den Gold schon ganz früh auf ihn ausgeübt hat.

          Ja, er ist eine Goldgräbernatur, bestätigt Eike Batista, der dynamischste unter den brasilianischen Unternehmern. Und der reichste. Auf der aktuellen Forbes-Liste der Milliardäre erscheint der 53-Jährige als Nummer acht, geschätztes Vermögen: 27 Milliarden Dollar. Batista hat vom Gold der Inkas geträumt, aber nicht einmal gewusst, dass das Edelmetall in beachtlicher Menge in der brasilianischen Erde ruht. Nichts wie hin, sagte er sich, als er Anfang der achtziger Jahre vom Goldrausch im Amazonasgebiet erfuhr.

          Im Gold- und Diamantenrausch

          Als Zwischenhändler, der den Goldschürfern, den Garimpeiros, ihre Funde abkaufte und Gold und Diamanten nach Europa weiterverhökerte, hat er sein erstes, noch recht bescheidenes Eigenkapital aufgebaut.

          Der Superhafen: In zwei Jahren sollen hier die größten Schiffe der Welt anlegen und Batistas Industriezentrum versorgen
          Der Superhafen: In zwei Jahren sollen hier die größten Schiffe der Welt anlegen und Batistas Industriezentrum versorgen : Bild: Thomas Milz

          Am Ende besaß er acht Goldminen, sechs in Brasilien und je eine in Chile und in Kanada. Zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr hat er sechs Millionen Dollar verdient. Im Jahr 2000 ging Eike Batistas Goldenes Zeitalter zu Ende. Er verkaufte die kostengünstig, doch effektiv produzierenden Minen zu Höchstpreisen. Damit hatte er das Geld beisammen, um nun erst richtig loszulegen.

          Eike Batista hat einen brasilianischen Vater und eine deutsche Mutter. „Das Erbe beider ist eine gute Mischung, absolut explosiv“, schwärmt er. Die Mutter hat ihm sehr deutsche Tugenden, allen voran Disziplin, eingeimpft und den Sinn fürs Detail und für präzises Arbeiten geschärft.

          Groß zu denken, hat er von klein auf gelernt

          Der Vater war beruflich immer auf Achse, aber von ihm hat Eike Batista brasilianische Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit und den freundlichen mitmenschlichen Umgang übernommen. Und von beiden Eltern hat er schon früh gelernt, „groß“ zu denken. „Ich denke fünfzig, hundert Jahre voraus“, sagt er, und damit weit über die meisten seiner Konkurrenten hinaus. Irgendwo muss aber dann doch ein Ende abzusehen sein? „Nein, nach oben gibt es kein Limit“, erwidert Eike Batista und setzt zum ersten Mal sein spitzbübisches Lächeln auf.

          Batistas Vater hat für den staatlichen Bergbaukonzern Vale do Rio Doce die Geschäftsverbindungen nach Europa aufgebaut. Von Eikes zwölftem Lebensjahr an wohnte die Familie in Genf, Düsseldorf und Brüssel.

          Er begann in Aachen „Hüttenwesen“ zu studieren, brach das Studium ab, verdiente sich mit dem Verkauf von Versicherungspolicen seinen Lebensunterhalt und folgte dem Ruf des Goldes. Sein Vater hatte bei Vale do Rio Doce immer mit Bergbau und Minen zu tun, und er war auch Bergbauminister.

          Batista spielt auf Risiko

          Unternehmerisches Denken hat sich auf ganz natürliche Weise vom Vater auf den Sohn übertragen. „Aber da war überhaupt kein Risiko dabei!“ Achtzig Prozent der Wirtschaft seien staatlich gewesen: „Das war fast wie in der Sowjetunion, haha“, sagt er und mischt in sein lausbubenhaftes Lachen einen leicht diabolischen Unterton.

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