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Im Gespräch: Puma-Chef Jochen Zeitz : „Enge Trikots sehen am athletischen Body toll aus“

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Es ändert sich bei uns ständig etwas. Aber das ist keine Frage des Hauptaktionärs, sondern Teil der Strategie. Für uns ist es wichtig, einen Hauptaktionär zu haben, der Verständnis für unser Geschäft hat und als Sparringspartner zur Verfügung steht. Es ist besser, jemanden an der Seite zu haben, der sich im schnelllebigen Mode- und Konsumgütergeschäft auskennt, als einen reinen Finanzinvestor.

PPR macht also keinen Druck, weil das Geschäft stagniert?

Es ist Verständnis dafür da, dass es nicht immer nur nach oben gehen kann. Das betrifft nicht nur Puma, sondern auch andere Marken im Portfolio von PPR.

Aber es wird schwieriger: Sie waren der Erste, der im Sport auf Lifestyle setzte. Nun tun es alle.

Das ist wie in jeder Branche. Einer bringt eine Innovation, und plötzlich kopieren sie alle. Das ist nun mal so, wenn man gute Ideen hat. Deswegen wollen wir auch weiterhin kreativer sein als alle anderen.

Ihre Kritiker sagen aber, die letzte Innovation war vor zehn Jahren der Formel-1-Schuh, dann kam nicht mehr viel.

Innovation gibt es bei uns ständig. Wir haben kürzlich das erste interkontinentale Fußballtrikot auf den Markt gebracht, sind als erste Sportlifestylemarke ins Segelgeschäft eingestiegen, haben eine Kooperation mit den Vereinten Nationen zum Schutz der Artenvielfalt. Aber natürlich kann man das nicht vergleichen mit dem Jahr 2000, wo Pumas Comeback startete und jeder nur an bestimmte Schuhtypen dachte.

Wieso passen Puma und Afrika zusammen, abgesehen davon, dass der Puma-Chef in Afrika wohnt?

Afrika und Sport in Afrika, das muss man erlebt haben: Die Menschen, die Vielfalt, die Tierwelt, die Begeisterung für Sport - das hat mich inspiriert und ganz sicher Auswirkungen auf Puma gehabt.

Welche?

Aus Afrika heraus hat sich meine eigene Stiftung entwickelt, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Mein Verständnis für Naturschutz und Ökologie hat sich geschärft.

Und wie öko ist Puma?

Wir setzen soziale und Umweltstandards, die mit die höchsten in der Branche sind. Wir produzieren seit Jahren PVC-frei, benutzen nur lösliche Klebstoffe, und unsere neue Firmenzentrale ist CO2-neutral, mit Solar auf dem Dach und Biowärme in den Wänden. Das ist einzigartig, soweit ich weiß.

Sind Sie ein Gutmensch, oder machen Sie das fürs Image?

Ich würde sagen, ich bin ein bewusst lebender Mensch, der Dinge verändern möchte. Alles ist irgendwie motiviert. Aber solange es positiven Einfluss hat, ist es irrelevant, warum man es tut.

Was war der Grund für „Peace One Day“, wo Sie Kollegen von Adidas zum Fußball einluden?

Es ging darum, zu einem friedlicheren Miteinander aufzurufen. Das kann jeder Mensch, mindestens einen Tag im Jahr. Es hat bei uns mehr als 60 Jahre gedauert, aber ich denke, der wahrhaft historische Handschlag mit Adidas hat gezeigt, dass es funktioniert.

Gibt es ihn also, den Krieg zwischen den Bruderfirmen?

Wir haben das Wort Krieg schon lange aus unserem Wortschatz verbannt. Wir stehen im sportlichen, fairen Wettbewerb.

Nach Freundschaft klingt das auch nicht gerade.

Wir haben ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis. Und Herr Hainer ist ein sehr sympathischer Kollege . . ., mit dem man gern in einer Mannschaft Fußball spielt.

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