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Im Gespräch: Puma-Chef Jochen Zeitz : „Enge Trikots sehen am athletischen Body toll aus“

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Ganz sicher. Weil es nur um eine Sportart geht, zudem noch die Sportart Nummer eins weltweit. Bei den Olympischen Spielen geht es um unzählige Sportarten. Allerdings hatten wir mit Usain Bolt und der Leichtathletik das absolute Highlight unter Vertrag.

Wie stark hat der Sprinter Usain Bolt das Geschäft beflügelt, nachdem er seinen Puma-Schuh beim Sieg prompt in die Kameras hielt?

Die Schuhe waren sehr schnell ausverkauft. Aber Usain Bolt passt auch von der Persönlichkeit her perfekt zu unserer Marke: Er ist lässig, mag Musik und lebt einen unverwechselbaren Lifestyle. Es geht bei ihm nicht nur um Blut, Schweiß und Tränen, sondern um Topleistungen und Spaß dabei.

Welches WM-Trikot wird denn zuerst ausverkauft sein?

Nach der WM? Dazu müsste ich ja wissen, wer Weltmeister wird. Das wissen wir ja erst in 160 Tagen.

Auf wen tippen Sie denn?

Ich habe aufgehört zu tippen.

Jetzt sind Sie bloß diplomatisch, weil Sie den Weltmeister Italien einkleiden.

Nein, es ist mir einfach zu spekulativ. Ich sage lieber: Gewinnen soll, wer den schönsten Fußball spielt.

Der Fußballbereich macht bei Ihnen nur 10 Prozent aus. Rettet das wirklich das Geschäft?

Die WM allein reicht da nicht. Es war ein schwieriges Jahr, aber im Vergleich zu anderen Branchen sind wir glimpflich davongekommen: Wir haben kein einziges Quartal mit negativen Zahlen abgeschlossen.

Sie legen im Februar Zahlen für 2009 vor, verraten Sie Näheres?

Wir haben bereits gesagt, dass sich der Umsatz im unteren einstelligen Bereich reduzieren wird.

Sind es fünf Prozent Umsatzrückgang - wie alle munkeln?

Ich bitte um Verständnis, aber da muss ich auf die Ergebnisse verweisen, die wir im Februar vorlegen.

Was ist an den Gerüchten, Sie würden etliche Läden schließen?

Wir eröffnen immer wieder Geschäfte und schließen auch welche. Die Rentabilität unserer Stores schauen wir uns gegenwärtig genau an: Wo sind die großen Wachstumschancen? Da machen wir neue Läden auf.

Wo gibt es denn Wachstum?

In den Schwellenländern, in Indien zum Beispiel. Auch in Lateinamerika hatten wir ein gutes Wachstum im ersten Quartal. Im europäischen Bereich dagegen war es 2009 für alle Marken schwierig.

Wird es Entlassungen geben?

Unser Mitarbeiterstamm ist im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Für 2010 ist es noch zu früh für eine Prognose. Wir werden aber auf jeden Fall wieder neue Arbeitsplätze schaffen.

Eine Prognose muss sein: Wird Puma Luxusmarke mit seinem Großaktionär, dem französischen PPR-Konzern, zu dem Gucci und Yves Saint Laurent gehören?

Mit Sicherheit nicht. Wir sind und bleiben eine Sportlifestylemarke, die mit einem Bein im Sport steht und dem anderen im Lifestyle. Deshalb hat sich unser Hauptaktionär auch beteiligt. Nicht, weil er aus Puma etwas Neues machen will, sondern weil sich Marke und Firma weiterentwickeln sollen wie bisher.

Durch den Großaktionär wird sich gar nichts ändern?

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