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Trotz Lieferengpässen : Ikea erzielt Rekordumsatz

Hoch hinaus: Das Logo von Ikea Bild: Reuters

Der größte Möbelhaus der Welt konnte seinen Umsatz steigern. Doch der Ausblick ist verhalten: Der Konzern rechnet mit monatelangen Lieferengpässen. Auch ein Produktklassiker ist davon betroffen.

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          Das schwedische Möbelhaus Ikea erzielte in diesem Jahr einen Rekordumsatz: Der Umsatz stieg bis zum 31. August 2021 auf insgesamt 41,9 Milliarden Euro, dies entspricht einem Plus von rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit übersteigt der Umsatz auch den vor der Corona-Pandemie leicht, dieser lag bei 41,3 Milliarden Euro. Das verkündete der Konzern am Donnerstag.

          Stefanie Diemand
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Herzstück des Konzerns ist die sogenannte Ingka-Gruppe mit Erlösen von 37,4 Milliarden Euro. Sie ist mit mehr als 370 Möbelhäusern in 30 Ländern der größte Franchisenehmer innerhalb der Ikea-Gruppe. „Ich bin wirklich stolz auf das vergangene Jahr“, wird Ingka-Chef Jesper Brodin in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Die Zeiten seien herausfordernd, trotzdem sei es gelungen, „ein besseres Ikea zu schaffen“.

          Billy-Regal betroffen

          Ikea profitierte während der Krise davon, dass immer mehr Menschen ihr Zuhause neu einrichteten. Gewachsen ist Ikea vor allem im Onlinebereich, der während der Corona-Pandemie aufgrund geschlossener Möbelhäuser immer mehr an Bedeutung gewann: Die Onlineerlöse wuchsen um 73 Prozent. Damit machten diese mehr als ein Viertel des Konzernumsatzes aus.

          Doch die Lieferengpässe machen auch dem größten Möbelkonzern der Welt zu schaffen: Im Laufe des Geschäftsjahres habe es einen „deutlichen Abfall der Verfügbarkeit“ gegeben, heißt es aus dem Unternehmen. Aktuell betroffen seien vor allem Schränke der Serie Pax und das Billy-Regal, eines der bekanntesten Ikea-Produkte.

          Der Ausblick auf das kommende Jahr fällt daher für den Möbelkonzern ungewöhnlich vorsichtig aus: Die Lieferengpässe könnten sich noch „lange bis ins Geschäftsjahr 2022“ fortsetzen, prognostiziert der Konzern. „Die größte Herausforderung besteht darin, Produkte aus China zu bekommen, wo die Kapazitäten sehr begrenzt sind“, sagte Jon Abrahamsson Ring der Financial Times. Abrahamsson Ring leitet den Franchisegeber Inter Ikea.

          Ikea rechnet daher auch weiterhin mit gestiegenen Transport- und Rohstoffpreisen. An die Kunden des Möbelhauses sollen die höheren Kosten jedoch nicht weitergegeben werden. „Wir wollen Ikea noch erschwinglicher machen“, sagt er weiter. Ein großer Teil des Umsatzes soll daher im nächsten Jahr mit noch erschwinglicheren Produkten erzielt werden.

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