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Ikea boomt : Flüchtlingsheime entdecken die Möglichkeiten

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Eher für Einkäufe von Privatkunden als für Massenbestellungen gerüstet: Ikea Bild: dpa

Die große Zahl ankommender Flüchtlinge hat auch überraschende Nebenwirkungen: So manche Ikea-Filiale stößt an ihre Grenzen, weil die Unterkünfte Betten und Möbel brauchen.

          Die hohen Flüchtlingszahlen haben auch Auswirkungen in der deutschen Unternehmenswelt. Die deutschen Ikea-Filialen erlebten derzeit einen regelrechten Boom, weil so viele Möbel zur Ausstattung von Flüchtlingsunterkünften gebraucht werden, berichtet die “Financial Times“.

          „Die derzeitige Flüchtlingssituation in Deutschland hat Massenbestellungen von Organisationen, karitativen Einrichtungen und Kommunen für bestimmte Artikel geführt“, so wurde eine Ikea-Sprecherin zitiert, wollte aber keine Zahlen zur Höhe der zusätzlichen Verkäufe nennen.

          „Unsere Betten kommen aus China“

          Weil die Ikea-Filialen und die Logistik des Unternehmens für normale Einzelhandelsmengen ausgerichtet seien und nicht für Massenbestellungen, sei Ikea zwischenzeitlich nicht in der Lage gewesen, alle Bestellungen sofort zu liefern. Mittlerweile seien aber alle Bestellungen ausgeliefert worden und es habe keine Versorgungsengpässe gegeben.

          In Bayern waren allerdings zwischenzeitlich die Betten für Flüchtlinge knapp geworden. „Unsere Betten kommen inzwischen aus China“, sagte der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand. Auch im Kosovo sei recherchiert worden, eingekauft worden sei dort aber nicht.

          Außer Betten seien Decken und Matratzen inzwischen schwer zu bekommen, berichtete die Sozialreferentin der Stadt München, Brigitte Meier. Mit Blick auf benötigte, passende Stockbetten fügte sie hinzu: „Ikea funktioniert nicht mehr. Die kommen nicht mehr nach.“ In der bayerischen Landeshauptstadt waren seit vergangenem Samstag mehr als 25.000 Flüchtlinge eingetroffen, die dann innerhalb der Stadt, aber auch im ganzen Bundesgebiet verteilt wurden.

          Ikea hatte erst an diesem Donnerstag ein Rekordwachstum in Deutschland vermeldet - aber auch gute Verkaufszahlen in fast allen anderen Ländern. Das bescherte der schwedischen Möbelhauskette ein sattes Umsatzplus von 11,2 Prozent. Im Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 nahm die Ikea-Gruppe, zu der 328 Geschäfte in 28 Ländern gehören, knapp 32 Milliarden Euro ein.

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