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Jörg Hofmann : IG-Metall-Chef: „Wer hetzt - fliegt“

  • Aktualisiert am

Jörg Hofmann ist neuer IG-Metall-Chef. Bild: dpa

Für fremdenfeindliche Arbeitnehmer ist kein Platz, sagt Jörg Hofmann. Flüchtlinge seien gleich zu behandeln wie deutsche Arbeitnehmer.

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          Die IG Metall fordert von der Wirtschaft ein kompromissloseres Vorgehen gegen Fremdenfeindlichkeit in der Belegschaft. Firmen sollten Arbeitnehmer entlassen, die offen rassistische und fremdenfeindliche Kommentare im Netz veröffentlichen, sagte der neue IG-Metall-Chef Jörg Hofmann dem Deutschlandfunk in einem Interview, das am Sonntag ausgestrahlt werden soll. Die Unternehmen könnten bei solchen Entlassungen mit der Billigung seiner Gewerkschaft rechnen.

          „Wer hetzt - fliegt“, sagte Hofmann. „Das muss jedem klar sein.“ Es sei nicht hinzunehmen, wenn rassistische Pöbeleien ganze Belegschaft spalteten, sagte der Gewerkschaftschef.

          Keine Ausnahmen beim Mindestlohn für Flüchtlinge

          Hofmann warnte zugleich, Einheimische und Flüchtlinge bei der Suche nach Arbeit gegeneinander auszuspielen. „Der Langzeitarbeitslose hier hat die gleichen Ansprüche und Chancen auf Förderung wie der Flüchtling, der zu uns kommt.“ Zur Gleichbehandlung zähle auch, dass es auch für gering qualifizierte Flüchtlinge keine Abweichung vom Mindestlohn von 8,50 Euro geben dürfe. Dumping-Löhne auf Kosten der Flüchtlinge seien ausgeschlossen.

          Seit immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland und potentiell auch auf den deutschen Arbeitsmarkt strömen, wird diskutiert, ob beim Mindestlohn für Flüchtlinge eine Ausnahme gemacht werden soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sprachen sich zuletzt dagegen aus.

          Jörg Hofmann wurde vergangene Woche zum neuen Vorsitzenden der Gewerkschaft gewählt. Unter Hofmanns Führung will die Gewerkschaft das Thema Arbeitszeit unter den Bedingungen des immer stärker verbreiteten mobilen Arbeitens anpacken. Auch die Rechte der Industrie-Beschäftigten in einer stärker digitalisierten und vernetzten Produktion stehen ganz oben auf Hofmanns Agenda.

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