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Im Kampf gegen Corona : IDT Biologika kann klinische Prüfung von Corona-Impfstoff starten

  • Aktualisiert am

In der Produktion von IDT Biologika Bild: Reuters

Das Biotechunternehmen aus Dessau kann mit der klinischen Prüfung in der Phase 1 seines Corona-Impfstoffs beginnen. Das in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut hat die Genehmigung erteilt.

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          IDT Biologika kann mit der klinischen Prüfung seines möglichen Corona-Impfstoffs beginnen. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) genehmigte am Freitag die klinische Phase-1-Studie des Impfstoffs. „Die Erprobung von Impfstoffkandidaten am Menschen ist ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg zur Zulassung von unbedenklichen und wirksamen Impfstoffen gegen COVID-19“, erklärte das Institut. Dessen Präsident Klaus Cichutek erwartet, dass Anfang 2021 Impfstoffe in Europa an den Start gehen können: „Wir gehen ganz klar davon aus, dass die Impfstoffe nach neusten Erhebungen der Europäischen Arzneimittelagentur in Europa (...) die Zulassung eher zu Beginn nächsten Jahre erhalten werden“, sagte er während einer virtuellen Pressekonferenz.

          Mit der nun erteilten Genehmigung kann das von IDT Biologika zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickelte Vakzin auf Sicherheit, Verträglichkeit und auf die spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht werden. Die Studie soll mit 30 Teilnehmern im Alter zwischen 18 und 55 Jahren durchgeführt werden. Sie sollen zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen erhalten. Ende des Jahres soll es dann eine breiter angelegte klinische Studie der Phase 2 auch mit älteren Menschen geben. Daran sollen bis zu 600 Probanden teilnehmen. Im kommenden Jahr könnte dann eine dritte, groß angelegte Studie mit bis zu 20.000 Probanden folgen, hieß es weiter während der Pressekonferenz.

          Harmlose Viren dienen als Träger für das Coronavirus

          Der Impfstoffkandidat von IDT Biologika beruht auf einer Technologie, die im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung entwickelt wurde. Bei ihm handelt es sich um einen sogenannten Vektor-Impfstoff, für den gentechnisch veränderte und harmlose Viren als Träger für die genetischen Informationen des Coronavirus genutzt werden.

          An einem möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus arbeiten zahlreiche Pharmaunternehmen rund um den Globus. 41 Mittel befinden sich in klinischen Studien. In Deutschland hatte das Tübinger Biotechunternehmen Curevac Ende September erklärt, ein erster Teilnehmer an einer klinischen Phase-2a-Studie sei mit dem Impfstoffkandidaten CVnCoV geimpft worden. Die Studie werde in Peru und Panama vorgenommen mit insgesamt 690 gesunden Teilnehmern. Erste Daten würden im vierten Quartal erwartet.

          Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech ist gemeinsam mit dem amerikanischen Pharmakonzern Pfizer schon in einer großen klinischen Überprüfung mit mehreren zehntausend Probanden und erwartet, noch im Oktober einen Zulassungsantrag stellen zu können.

          Am Donnerstag hatte zudem die für die Zulassung auf europäischer Ebene zuständige Behörde (EMA) mitgeteilt, mit der Überprüfung des Impfstoffs des britisch-schwedischen Konzerns Astra-Zeneca gemeinsam mit der Universität Oxford in einem beschleunigten Verfahren begonnen zu haben. Das bedeutet, dass die Arzneimittelagentur die Daten überprüft, noch während sie erhoben werden, um Zeit zu sparen. Normalerweise müssen die Tests erst beendet sein, bevor sie gesammelt der EMA vorgelegt werden.

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