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Zeitenwende in der Branche : Trübe neue Autowelt

Ein BMW VBX6 auf der diesjährigen IAA in Frankfurt Bild: EPA

Lange Zeit kannte die Autoindustrie nur eine Richtung – bergauf. Das ist zum diesjährigen Beginn der IAA anders. Demonstranten protestieren, allseits herrscht Unsicherheit. Für die Branche sind die fetten Jahre vorbei.

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          Glanz und Glitzer, Glamour und Geld – über viele Jahre hat die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) die neuesten Flitzer mit viel Prunk und Protz präsentiert. Das Auto, ein Statussymbol, das Auto, eine Technikmaschine – eben viel mehr als ein reines Fortbewegungsmittel. Viele Jahre lang ging es für die Autoindustrie schließlich auch nur in eine Richtung, nämlich bergauf. Seit einiger Zeit hat sich das jedoch geändert. Die Unsicherheiten aus unterschiedlichen Richtungen nehmen in Deutschland wie auf der Welt zu – und belasten die Branche.

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Hierzulande zeigt sich das nicht zuletzt in der Messestadt Frankfurt selbst. In Zeiten von Greta Thunberg und anderen Klimaschützern haben sich verschiedene Gruppen mit Demonstrationen angekündigt – von der Fahrraddemo bis hin zur Blockade. Waren schon immer einige Aktivisten vor Ort, so sind es dieses Mal groß angelegte Aktionen.

          Auch ein Vorfall im Frankfurter Umland Kronberg, wo Randalierer vor einigen Tagen mehr als 40 Luxusautos auf dem Gelände eines Autohauses zertrümmerten, hat aufgeschreckt. Nicht zuletzt die angekündigten Demonstrationen am ersten Wochenende, an dem die Messe für das breite Publikum geöffnet ist (14. und 15. September), haben den Lobbyverband VDA wohl dazu bewogen, mit den Klimaschützern noch im Vorfeld der Messe in eine öffentliche Debatte über die Mobilität der Zukunft zu gehen – ein Novum.

          Greenpeace-Mitglieder demonstrieren vor der IAA in Frankfurt.

          Auch aus Sicht der Autofahrer hat sich vieles verändert. Wer kann schon sicher sagen, in welchen Städten künftig noch welche Autos einfahren dürfen? Die deutsche Autoindustrie hat mittlerweile erkannt, dass sich nach Dieselbetrug und Fahrverboten in zig deutschen Städten der Zeitgeist verändert hat. Zumindest ist die Verunsicherung der Menschen groß und einige wechseln: So fuhren im Juli dieses Jahres rund 110.000 E-Autos auf deutschen Straßen, ein Plus von 63 Prozent zum Vorjahr. Allein in diesem August wurden 5000 Stück neu zugelassen.

          Zugegebenermaßen ist die Zahl nur ein Bruchteil im Vergleich zu 31 Millionen Benzinern. Auch werden die Verkäufe durch die Elektro-Prämie der Bundesregierung gestützt. Aber dennoch: „Wir werden dieses Jahr auf der IAA E-Autos von den etablierten Herstellern sehen, die der Kunde direkt im Anschluss kaufen kann. Bisher wurde vielfach von einem Durchbruch gesprochen, der sich dann aber vorerst in Studien und Konzeptfahrzeugen wiederfand“, sagt auch Axel Schmidt, Fachmann für die Autoindustrie der Beratung Accenture.

          Als Kunde habe man erstmals eine signifikante Auswahl, was sich auch auf den Absatz auswirken werde, ist sich der Fachmann sicher. Nach Angaben des Lobbyverbands VDA investiert jedenfalls allein die deutsche Autobranche in den nächsten drei Jahren 40 Milliarden Euro in die Elektromobilität, bis zum Jahr 2023 soll das Portfolio auf 150 Modelle verfünffacht werden.

          Das Geld sitzt nicht mehr locker

          VW, BMW & Co. werden ihren Fokus also insbesondere auf neue Technologien legen, um Besucher zu locken. Allerdings werden auch die nicht darüber hinwegtäuschen können, dass die Messe selbst deutlich geschrumpft ist: Anstatt knapp 1000 Ausstellern wie vor zwei Jahren sind es in diesem Jahr nur noch rund 800 Unternehmen – große Konzerne wie Toyota, Renault oder Fiat-Chrysler verzichten gar ganz oder zumindest auf einen eigenen Stand.

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